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Peru: Bei Präsidentschaftswahl geht Keiko Fujimori im ersten Wahlgang in Führung

Bei der Präsidentenwahl in Peru hat die konservative Favoritin Keiko Fujimori die meisten Stimmen bekommen. Die Tochter des ehemaligen autokratischen Staatschefs Alberto Fujimori (1990-2000) konnte la

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Peru: Bei Präsidentschaftswahl geht Keiko Fujimori im ersten Wahlgang in Führung

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Bei der Präsidentenwahl in Peru hat die konservative Favoritin Keiko Fujimori die meisten Stimmen bekommen. Die Tochter des ehemaligen autokratischen Staatschefs Alberto Fujimori (1990-2000) konnte laut ersten Nachwahlbefragungen knapp 40 Prozent und damit nicht die erforderliche absolute Mehrheit der Stimmen erreichen.

Es wird deswegen am 5. Juni zu einer Stichwahl zwischen Fujimori und dem noch unbekannten Zweitplatzierten kommen.
Fujimori wird entweder gegen den neoliberalen Finanzexperten Pedro Pablo Kuczyinski (77) oder die linke Politikerin Verónika Mendoza (35) antreten. Die beiden liegen in den Prognosen mit jeweils rund 20 Prozent etwa gleichauf. Dem 77-jährige frühere Wallstreet-Banker Kuczynski werden bei einer Stichwahl bessere Chancen als der 35-jährigen Linksabgeordneten Mendoza vorausgesagt. Amtliche Wahlergebnisse werden am frühen Montag erwartet.

Peru: WhowillrunoffagainstFujimori? Race tootightto call. #EleccionesPeru2016 https://t.co/3piFOznFtC pic.twitter.com/gRjAPBxOSz

— teleSUREnglish (@telesurenglish) April 10, 2016

23 Millionen Stimmberechtigte waren an die Urnen gerufen, von ihnen lebt knapp eine Million im Ausland. In Peru gilt Wahlpflicht. Amtsinhaber Ollanta Humala durfte sich nicht zur Wiederwahl stellen. Bei der gleichzeitig abgehaltenen Wahl der 130 Abgeordneten für ein neues Parlament wird eine große Mehrheit für Fujimoris Partei «Fuerza Popular» erwartet.

Die Wahl am Sonntag war überschattet von Vorwürfen gegen Keiko Fujimori und andere Kandidaten. Sie hätten versucht, Wähler mit Geschenken zu beeinflussen. Außerdem waren am Samstag bei zwei Angriffen im Dschungel im Landesinneren nach Behördenangaben sieben Menschen getötet und sieben weitere verletzt worden. Die Armee vermutete die kommunistische Guerilla Leuchtender Pfad (“sendero luminoso”) hinter den Taten.

Keiko Fujimoris Vater, der heute 77-jährige Alberto Fujimori, hatte das Land in den Jahren 1990 bis 2000 mit harter Hand regiert. Seit 2009 verbüßt er wegen Korruption und Verbrechen gegen die Menschlichkeit eine 25-jährige Haftstrafe. Er spaltet bis heute das Land, seine Tochter ging deshalb im Wahlkampf auf vorsichtige Distanz zu ihm.