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IWF: "Brexit" würde "schweren Schaden" in Europa und weltweit anrichten

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor erheblichen wirtschaftlichen Folgen, sollte Großbritannien aus der EU austreten. Die Schäden wären

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IWF: "Brexit" würde "schweren Schaden" in Europa und weltweit anrichten

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Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt vor erheblichen wirtschaftlichen Folgen, sollte Großbritannien aus der EU austreten. Die Schäden wären nicht nur auf Europa beschränkt. Ein EU-Ausstieg Großbritanniens, der sogenannte Brexit, würde “erhebliche regionale und globale Schäden” verursachen.

Meinung

Das Wachstum schleppt sich einfach schon zu lange dahin

Schon jetzt habe das für den 23. Juni geplante Referendum der Briten über die EU-Mitgliedschaft “Unsicherheit für Investoren geschaffen”, hieß es.

Maurice Obstfeld, Chefvolkswirt, IWF:

“Ein Brexit-Votum würde einen zweijährigen Prozess der Neuverhandlung nach sich ziehen. Wir können da vorab keine Planspiele machen, was passieren würde. Aber es ist kaum anzunehmen, dass Großbritanniens Status sich nicht ändern würde, was den Zugang zur EU angeht. Das hätte einen großen Einfluss auf Großbritannien, auf seine europäischen Partner, und global gesehen auf Länder, die Teil seiner aktuellen internationalen Abmachungen sind.”

Der IWF senkte seine Wachstumsprognose für Großbritannien. Es rechnet dort nun mit 1,9% Wachstum in diesem Jahr im Vergleich zu seiner Januar-Schätzung von 2,2%.

Auch für Deutschland senkte der IWF seine noch im Januar erhöhten Erwartungen wieder. Er rechnet mit einer Steigerung der Wirtschaftleistung um 1,5 Prozent in diesem und um 1,6 Prozent im nächsten Jahr – genauso viel wie für die Euro-Zone. Damit wurden die bisherigen Prognosen um jeweils 0,2 und 0,1 Punkte gesenkt.

Die globale Wirtschaftsleistung soll in diesem Jahr statt um 3,4 nur noch um 3,2 Prozent zulegen,auch 2017 wird ein Zehntelpunkt abgeknapst.

Maurice Obstfeld, Chefvolkswirt, IWF:

“Die Weltwirtschaft wächst weiter, aber das Tempo wird immer enttäuschender. Und das wiederum setzt die Weltwirtschaft negativen Risiken stärker aus. Das Wachstum schleppt sich schon zu lange dahin.”

Warum? Ganz einfach: Turbulente Finanzmärkte,schlechte Finanzierungsbedingungen, Brexit, China, Flüchtlingskrise, soziale Ungleichheit, Klimaveränderungen und Naturkatastrophen.

“Die aktuelle Eintrübung der Wirtschaftsaussichten und die damit verbundenen Abwärtsrisiken erfordern eine umgehende Antwort”, betonte Obstfeld. Von der Politik fordert er Ausgaben und Reformen, die das Wachstum ankurbeln. Die Geldpolitik müsse in den großen Industrieländern auf einem lockeren Kurs bleiben. Sollten sich Deflationsgefahren vergrößern, plädiert Obstfeld auch mit Blick auf die Europäische Zentralbank für zusätzliche Maßnahmen. “Allerdings kann die Geldpolitik die Last der Herausforderungen nicht alleine tragen”, warnt er. Sie müsse Unterstützung erhalten – etwa durch eine die Nachfrage fördernde Politik.

su mit Reuters, dpa