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Warten auf Bestätigung: Erneute Flüchtlingstragödie im Mittelmeer?

Bei der Überfahrt über das Mittelmeer nach Europa sind erneut zahlreiche Flüchtlinge und Migranten ums Leben gekommen. In der Nacht zu Montag rettete

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Warten auf Bestätigung: Erneute Flüchtlingstragödie im Mittelmeer?

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Bei der Überfahrt über das Mittelmeer nach Europa sind erneut zahlreiche Flüchtlinge und Migranten ums Leben gekommen. In der Nacht zu Montag rettete die italienische Küstenwache nach eigenen Angaben mehr als 100 Menschen vor dem Ertrinken. Sechs Personen wurden tot in einem Schlauchboot aufgefunden.

Meinung

Die Menschen fliehen vor einem Leben, das nicht lebenswert ist.

Nach Informationen des italienischen Präsidenten Sergio Matarella könnte es kurz darauf zu einem weiteren Unglück gekommen sein: “Dies sollte uns wirklich nachdenklich machen. Gerade heute. Wir sehen uns mit einer weiteren Tragödie im Mittelmeer konfrontiert. Es scheint, als seien dabei mehrere Hundert Menschen ums Leben gekommen. Und das am Jahrestag eines Unglücks, bei dem 800 Menschen ihr Leben verloren haben.”

Italienische Medien berichten von rund 400 Toten. Zu dem Unglück sei es vor der ägyptischen Küste gekommen. Die meisten Opfer sollen laut einem Bericht der britischen BBC aus Somalia stammen. Weder die ägyptischen Behörden noch die italienische oder die griechische Küstenwache bestätigten das Unglück bisher.

Am 19. April 2015 war ein völlig überladenes Flüchtlingsboot auf dem Weg von Libyen nach Italien gekentert. Von den über 800 Menschen an Bord überlebten nur 28. Das Unglück gilt als bisher größte Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer.

Die Hilfsorganisation Save the Children rief die europäische Politik auf, sich auf den Schutz von Menschenleben und nicht Landesgrenzen zu konzentrieren. Sie gehe nicht davon aus, das die Zahl der Bootsflüchlinge weniger werde, so Sarah Tyler, die Kommunikationsleiterin der Organisation: “Die Menschen fliehen vor einem Leben, das nicht lebenswert ist, wie mir viele Kinder berichten. Es muss einen sicheren Korridor geben, damit die Menschen unbeschadet nach Europa reisen können”, so Tyler.