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US-Militär präsentiert Untersuchung: Klinik in Kundus ohne Absicht bombardiert

Das US-Militär stuft die Bombardierung eines Krankenhauses im nordafghanischen Kundus vom vergangenen Oktober nicht als Kriegsverbrechen ein. Das ist

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US-Militär präsentiert Untersuchung: Klinik in Kundus ohne Absicht bombardiert

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Das US-Militär stuft die Bombardierung eines Krankenhauses im nordafghanischen Kundus vom vergangenen Oktober nicht als Kriegsverbrechen ein. Das ist das Ergebnis einer internen Untersuchung, die in Washington vorgestellt wurde.

Meinung

Einsatzregeln nicht eingehalten

In der Klinik der Organisation Ärzte ohne Grenzen waren 42 Menschen getötet worden, 24 Patienten und 18 Mitarbeiter.

General Joseph Votel, Oberbefehlshaber des United States Central Command, erklärte, es habe sich nicht um einen absichtlichen Angriff gehandelt:

“Die Untersuchung ergab, dass bestimmte Personen die Einsatzregeln und Gesetze zu bewaffneten Konflikten nicht eingehalten haben. Sie kam nicht zu dem Schluss, dass diese Ausfälle Kriegsverbrechen gleichkommen. Der Zwischenfall war eine Kombination aus menschlichem Versagen, Verfahrensfehlern und mangelhafter Ausrüstung. Und keinem Beteiligten war klar, dass ein Krankenhaus getroffen wurde.”

Die Ermittlungen hätten ergeben, dass das Krankenhaus auf einer Liste von Gebäuden stand, die nicht hätten angegriffen werden dürfen. Die Besatzung habe aber wegen eines defekten Funksystems keinen Zugriff auf die Liste gehabt.

Gegen 16 Armeeangehörige wurden Disziplinarmaßnahmen verhängt. Strafrechtliche Konsequenzen müssen sie nicht fürchten.

Votel kündigte Entschädigungszahlungen für Betroffene an. Zudem stelle das Verteidigungsministerium 5,7 Millionen US-Dollar für den Wiederaufbau der Klinik bereit.

Ärzte ohne Grenzen hatte den USA vorgeworfen, das Gebäude absichtlich bombardiert zu haben.

Der US-Ableger der Organsiation äußerte sein Unverständnis darüber, dass auf die Attacke unter den beschriebenen Umständen nicht verzichtet wurde

Amnesty International forderte eine unabhängige Untersuchung

Hier die Reaktion von Ärzte ohne Grenzen auf die Untersuchung im Original