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Der neue Präsident der Philippinen: Retter oder Diktator?

Mit derben Sprüchen an die Macht: Rodrigo Duterte ist der neue Präsident der Philippinen. Der 71-Jährige hat ähnlich wie Donald Trump Provokation zu

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Der neue Präsident der Philippinen: Retter oder Diktator?

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Mit derben Sprüchen an die Macht: Rodrigo Duterte ist der neue Präsident der Philippinen. Der 71-Jährige hat ähnlich wie Donald Trump Provokation zu seinem Markenzeichen gemacht. Seine Kritiker sagen, er sei ein brutaler Rüpel. Seine Anhänger nennen ihn liebevoll “Dirty Harry”. Als Bürgermeister von Davao ist Duterte gnadenlos gegen Gangster und Dealer vorgegangen. Der Legende nach auch mit dem Revolver. Heute zählt der Ort zu den Sichersten des Landes. “Wenn ich Präsident werde, werde ich dem Militär und der Polizei befehlen, die großen Drogenbosse zu jagen und zu töten,” so Duterte.

Meinung

Drogenhändler sind Hurensöhne und ich werde sie alle töten. Ich habe keine Geduld für so etwas. Entweder sie bringen mich um, oder ich bringe diese Idioten um.

Bisweilen erinnert er mehr an einen Mafiaboss als an einen Präsidenten. Den Rauschgifthändlern drohte er, sie umzubringen und sie in die Bucht von Manila zu werfen, um damit die Fische zu füttern: “Drogenhändler sind Hurensöhne und ich werde sie alle töten. Ich habe keine Geduld für so etwas. Es gibt keinen Kompromiss. Entweder sie bringen mich um, oder ich bringe diese Idioten um. Sie können mich nicht hereinlegen.”

Das Duterte-Phänomen ist keine Revolte der Armen. Er kommt insbesondere bei den gehobenen Einkommensklassen gut an. Sie haben genug von Korruption, Armut und davon, dass sich die Wirtschaft in der Hand von rund zehn Familienclans befindet. “Sein unorthodoxer Stil hat die Aufmerksamkeit der Wähler geweckt. Er hat sie schockiert, überrascht und dann machte er sich ihre Frustration und ihre Wut zunutze,” erklärt Julio Teehankee von der De-La-Salle-Universität.

Duterte ist ein Frauenheld und stolz darauf. Er hat vier Kinder von vier verschiedenen Frauen anerkannt. Gern prahlt er mit seiner Potenz. Über den Fall einer australischen Missionarin, die in seiner Heimatstadt Davao vor Jahren mehrfach vergewaltigt und ermordet wurde, sagte er bei einem Wahlkampfauftritt: “Verdammt, Sie sah aus wie eine amerikanische Schauspielerin. Es war eine Schande. Ich gehe mal davon aus, dass sie sie nacheinander vergewaltigt haben. Ich war total sauer, dass sie vergewaltigt wurde, aber sie war wunderschön. Ich dachte, als Bürgermeister hätte ich als erster dran sein sollen. Also, habe ich die Vergewaltiger alle umgebracht. Ende der Geschichte.”

Beobachter fürchten, dass das Land unter Duterte wieder in die Diktatur abrutschen könnte.