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Jemen: Die Opfer des vergessenen Krieges

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Jemen: Die Opfer des vergessenen Krieges

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Wir sind erneut in das Kriegsgebiet im Jemen gereist. Wir besuchen das historische Dorf Attan Fort. Es gehört zu den ältesten Siedlungen des Landes. Das Dorf liegt am Berg Attan Faj. Von hier aus kann man die Hauptstadt Sanaa gut überblicken.

Seit über einem Jahr herrscht Krieg im Jemen: auf der einen Seite die von Saudi-Arabien angeführten Koalition zur Unterstützung des vertriebenen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi und auf der anderen Seite die Huthi-Rebellen. Nach UN-Angaben wurden in dem Konflikt seit März vergangenen Jahres mehr als 6.000 Menschen getötet, fast die Hälfte der Opfer waren Zivilisten. Das Dorf geriet ins Visier der Luftschläge, weil hier Waffenlager vermutet wurden.

Humanitäre Lage katastrophal

Hilfsorganisationen schlagen seit Monaten Alarm: Im Jemen herrsche eine humanitäre Katastrophe, schlimmer noch als der Horror des Kriegs in Syrien. Ungefähr 53 Familien leben noch in Attan Fort. Viele der Kinder leiden unter Krankheiten. Die Wassertanks des Dorfes wurden zerstört. Sauberes Wasser gibt es nur selten, genügend zu Essen auch nicht immer. Die medizinische Versorgung ist katastrophal.

“Die Menschen in diesem Dorf leiden sehr stark. Sie sind Opfer dieses Krieges, eingeklemmt zwischen beiden Seiten. Keine Hilfsorganisation war jemals hier. Auch die Medien berichten kaum, so dass kaum jemand weiß, was dieser Krieg mit uns hier macht. Dieses Dorf war das erste, das zerstört wurde, als der Krieg begann“, sagt ein Bewohner von Attan. “Die Bomben sind regelrecht auf das Dorf herabgeregnet“, erinnert sich ein anderer Bewohner des Dorfes. „Steine und Splitter sind herumgeflogen. Mein Bein wurde verletzt, genau wie meine Hand und mein Kopf. Die Hälfte meiner Freunde wurde auch verletzt.”

Millionen Vertriebene im eigenen Land

Die Menschen in diesem Teil der Welt gehören zu einem vergessenen Krieg. Einem Krieg, der fast 2,5 Millionen Menschen zu Vertriebenen gemacht hat. 21 Millionen Menschen sind nach Einschätzung der Vereinten Nationen im Jemen hilfsbedürftig, das sind 80 Prozent der Bevölkerung. In mehr als der Hälfte des Landes grenze die Situation an eine Hungersnot.

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