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"Inversion" - Der Versuch einer Emanzipation

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"Inversion" - Der Versuch einer Emanzipation

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Zwei iranische Beiträge haben es in die diesjährige offizielle Auswahl des Festivals von Cannes geschafft. “The Salesman” von Ashgar Farhardi ist im Rennen um die Goldene Palme. “Inversion” von Behnam Behzadi läuft in der Reihe “Un Certain Regard”.

Inversion ist ein Film über die aktuelle iranische Gesellschaft am Beispiel einer Frau, die sich beugen soll. Weil sie alleinstehend (und eine Frau) ist, verlangt die Familie von ihr, mit der kranken Mutter aufs Land zu ziehen, um diese vor der katastrophalen Smogluft in Teheran zu bewahren.

euronews-Reporter Fred Ponsard fragte den Regisseur in Cannes, wie er auf die Hauptfigur seines Films kam.

Behnam Behzadi: “Ich kann Ihnen nicht wirklich sagen, woher diese Figur kommt, wie sie in meiner Vorstellung entstanden ist. Aber das, was sie auf jeden Fall auszeichnet, ist ihre Großzügigkeit, Offenheit und Toleranz den anderen gegenüber. Sie hat für jeden Verständnis und vergibt allen. Bis zu dem Moment, an dem sie begreift, dass diese Großzügigkeit bei ihr zu einer Schwäche geworden ist, die von anderen schamlos augenützt wird und ihr letztlich schaden kann. Und da beschließt sie, sich zu verändern.

Ich weiß nicht, ob der Film ein vollständiges Bild von Teheran zeichnet. Aber mein Wunsch als Regisseur ist, dass er dem wahren Leben so nah wie möglich kommt, dass er lebendig ist. Vielleicht lässt sich das mit meiner Vergangenheit als Dokumentarfilmer erklären.”

“Statt sich den aggressiven Forderungen von Bruder und Schwester zu beugen, begehrt Nilofaar auf, beginnt zu atmen – trotz der schlechten Luft in Teheran – und lernt einen Mann kennen, mit dem sie sich eine Zukunft vorstellen kann. Der Film soll Ende des Jahres in französischen Kinos kommen unter dem Titel “Un vent de liberté” – ein Wind der Freiheit.

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