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Obama in Japan: Wenn aus Feinden Verbündete werden

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Obama in Japan: Wenn aus Feinden Verbündete werden

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Ab Donnerstag ist Japans Premierminister Shinzō Abe Gastgeber des G-7-Gipfels auf Ise-Shima. Unter den Gästen: Barack Obama. Der US-Präsident ist auf Abschiedstour in Asien. Nicht zufällig wählte er dafür Vietnam und Japan.

Die beiden ehemaligen Feinde der USA sind jetzt Verbündete in der Region – ein Gegengewicht zum wachsenden Machtanspruch Chinas.

Im vergangenen Jahr besuchte der japanische Premier Washington:

“Ich habe gehört, es gibt einen Satz in der japanischen Kultur, der den Geist ausstrahlt, der uns heute zusammenbringt: mit- und füreinander”, mit diesem kleinen Satz – ausgesprochen auf Japanisch und Englisch – betonte Obama die Allianz der beiden Länder. Die verstärkten Beziehungen entstanden aus strategischen, sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Interessen in der asiatisch-pazifischen Region.

Ein Ausdruck der Partnerschaft ist das Pazifik-Freihandelsabkommen (TPP). Nach jahrelangen Verhandlungen wurde es im Februar in Neuseeland unterzeichnet: Es bringt 12 Länder zusammen, die 40 Prozent der Weltwirtschaft repräsentieren. China gehört nicht dazu.

Gesprächsthema zwischen den beiden Regierungschefs dürfte auch der Streit zwischen Japan und China um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer sein. Die USA stehen an der Seite Tokios. Die Inseln sind Teil des japanisch-amerikanischen Verteidigungspakts.

Am Freitag wird Barack Obama als erster US-Präsident Hiroshima besuchen, den Ort des ersten Atombombenabwurfs in der Geschichte der Menschheit. Eine symbolische Geste, denn weder wird er um Entschuldigung bitten, noch die Entscheidung seines Amtsvorgängers Harry S. Truman zum Atomwaffeneinsatz als Fehler bezeichnen. In einem Interview sagte Obama:

“Nein, denn es ist wichtig anzuerkennen, dass Machthaber im Krieg alle Arten von Entscheidungen treffen. Jeder Machthaber trifft sehr schwierige Entscheidungen, vor allem in Kriegszeiten.”

Mit seiner Asien-Abschiedsreise verdeutlicht Obama noch einmal sein Ziel, den US-Einfluss im asiatisch-pazifischen Raum weiter auszubauen. Eine klare Botschaft an China und ein Erbe für seinen Nachfolger im Weißen Haus.

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