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Hampi: Auf den Spuren des Königreichs Vijayanagar

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Hampi: Auf den Spuren des Königreichs Vijayanagar

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Hampi im Bundesstaat Karnataka war im späten Mittelalter das Machtzentrum des letzten und mächtigsten hinduistischen Königreichs Vijayanagar. Die untergegangene Metropole ist ein beliebtes Pilger- und Reiseziel. Die Überreste der wunderschönen Tempelanlagen und Paläste zählen seit 1986 zum UNESCO-Welterbe. Einige der Tempel werden bis heute genutzt.

Maharaj Durgappa pilgert seit vielen Jahren nach Hampi. “Wenn ich an diesen Ort komme, bin ich sehr glücklich. Ich tue das, damit meine Familie gesund bleibt und eine gute Zukunft hat. Als ich 50 war, begann ich herzukommen und zu beten. Ich bin sehr froh, hier zu sein, es ist ein friedlicher Ort.”

Die Tempel sind nicht nur bei Pilgern beliebt, sondern auch bei Touristen, was den Anwohnern ein wichtiges Zubrot beschert. Für viel ist Hampi aber noch viel mehr. Manjunat Gowda, der Besucher durch die Anlage führt, fühlt sich der historische Stätte tief verbunden. Seine Familie lebt seit drei Generationen hier. Als Kind spielte er in den Tempelruinen.

Manjunat Gowda: “Meine Großeltern kamen vor 80 Jahren her, um sich hier anzusiedeln. Damals war das noch keine Touristenattraktion, sondern ein angenehmer Ort, an den Menschen kamen, um zu beten, nicht um zu besichtigen. Mein Großvater bot den Pilgern Tee, Kaffee und Speisen an. Er behandelte sie so fürsorglich, als wären sie Gottes Gäste.”

Seine Familie musste 2011 fortziehen, als die indische Archäologie-Behörde die Restaurierung der Stätte veranlasste. Sie lebt heute drei Kilometer von Hampi entfernt. Manjunat arbeitet seit 15 Jahren als Fremdenführer.

Manjunat Gowda: “Es gibt mehr als Tausend Tempel, und jeder ist anders. Wir haben drei verschiedene Architekturstile, den allgemeinen, den hinduistischen, islamischen und den militärischen, beispielsweise die Wachtürme. Hampi ist ein fantastischer Ort – und wunderschön.”

Archäologie und Müllmanagement

Mit der steigenden Zahl der Besucher kommen neue Herausforderungen. Hauptaufgabe der Archäologen vor Ort ist eigentlich die Restaurierung und Sicherung der Monumente. Hinzu kommt nun auch das Abfallmanagement.

N.C Prakash, Archaeological Survey of India: “Wir achten stärker auf die Besucherströme. Denn die vielen Menschen hinterlassen Plastik udn anderen Müll. Es gibt zwar Mülleimer, die aber übersehen werden, ob nun absichtlich oder nicht. Sauberkeit ist ein wichtiger Aspekt, den wir ins Bewusstsein rufen.”

Auch die Anwohner machen mit. Kiran Kumar betreibt ein Gasthaus in der Nähe des imposanten Virupaksha Tempels. Gemeinsam mit seinen Freunden hilft er mit bei den Säuberungsaktionen.

Kiran Kumar: “Wir müssen Hampi sauber halten. Das machen ich mit meinen Freunden gemeinsam. Wir machen das schon seit Jahren. Wir haben eine Organisation namens Citizen Rights Protection Forum, die gibt es seit 2003. Wir beispielsweise räumen am Flussufer und in der Tempelanlage auf.”

Der Blick auf Hampi lässt ahnen, wie imposant und ausladend die einstige Hauptstadt des Königreiches einmal war. Ein mythischer Ort, voller Geschichten und Legenden, den es für kommende Generationen zu erhalten gilt .

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