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Verhaftung des mutmaßlichen französischen EM-Attentäters bleibt mysteriös

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Verhaftung des mutmaßlichen französischen EM-Attentäters bleibt mysteriös

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Der Fall des in der Ukraine mit Waffen und Sprengstoff festgenommenem Franzosen ist weiter unklar: Gregoire Moutaux war bereits im Mai mit Schusswaffen, Raketenwerfern und 125 Kilogramm TNT an der Grenze zwischen Polen und der Ukraine verhaftet worden.

Der französischen Polizei ist Moutaux unbekannt und Ermittler gehen davon aus, dass der 25-Jährige ein Waffenschmuggler ist. Aber Wasil Gritsak, der Leiter des ukrainischen Geheimdienstes SBU, ist anderer Meinung: Mit der Festnahme habe man mehrere Anschläge auf die Fußball-EM in Frankreich vereitelt, so Gritsak im Gespräch mit Euronews:

Euronews-Reporter Sergio Cantone:
“Willkommen bei Euronews. Ist diese Operation Ihrer Meinung nach beendet oder glauben Sie, dass es noch weiteres zu tun gibt?”

Wasil Gritsak:
“Soweit ich weiß, arbeitet dieser Mann für ein Agrarunternehmen. Aber aus seiner Zeit in der Ukraine gibt es Fotos und Videos, auf denen man klar sieht, wie er eine Kalaschnikow hält.

Man sieht, wo sein Finger ist. Soldaten mit Sonderausbidlung wissen, dass der Finger nicht am Abzug liegt sondern am Gewehrlauf. Außerdem hat er zum Ausdruck gebracht, dass er bereit ist, in Frankreich terroristische Anschläge zu verüben.

Er hat sich über vieles beschwert und sagte, dass er einer Organisation angehört. Er wirkte nicht wie jemand, der Waffen kaufen und nach Frankreich liefern will.”

Sergio Cantone:
“Welcher Organisation gehört er ihren Erkenntnissen zufolge an?”

Wasil Gritsak:
“Leider kann ich nicht alle Erkenntnisse, zu denen wir gekommen sind, öffentlich machen, aber er ist mit größter Wahrscheinlichkeit Mitglied einer rechtsextremen Organisation.”

Sergio Cantone:
“Sind es französische Rechtsradikale oder europäische oder eine länderübergreifende Organisation?”

Wasil Gritsak:
“Unglücklicherweise weiß ich nicht, ob diese Organisation nur in Frankreich operiert, aber unsere ersten Erkenntnisse und Durchsuchungen weisen darauf hin, dass die meisten Mitglieder Franzosen sind.”

Sergio Cantone:
“Mit welchen Einheiten nahm er in der Ukraine Kontakt auf? Waren es Milizen oder reguläre Einheiten der Armee?”

Wasili Gritsak:
“Er kontaktierte sowohl freiwillige Einheiten als auch die ukrainische Armee. Lange Zeit blieb er erfolglos, bis wir auf ihn aufmerksam wurden.”

Sergio Cantone:
“Hatte er bei Milizonären oder bei der Armee Erfolg? Wer hat ihm diese Waffen verkauft?”

Wasil Gritsak:
“An einem bestimmten Punkt ließ sich der ukrainische Sicherheitsdienst im Rahmen der Gesetze auf ein operatives Spiel mit diesem französischen Staatsbürger ein, um herauszufinden, warum er Waffen kaufen wollte und ob er Terroranschläge in Europa plante.”

Sergio Cantone:
“Wieviel hat er bezahlt?”

Wasil Gritsak:
“Er zahlte in mehreren Raten. Als ihm ein potenzieller Verkäufer zusagte, bot er eine Vorauszahlung an. Ein Betrag von 5.000 Euro wurde in Raten bezahlt. Außerdem beteiligte der Mann andere Personen an der Zahlung für zukünftige Waffenkäufe. Sie brachten das Bargeld in die Ukraine.”

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden.euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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