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"Ärzte ohne Grenzen"-Protest ohne Folgen für EU-Hilfsprojekte

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"Ärzte ohne Grenzen"-Protest ohne Folgen für EU-Hilfsprojekte

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Die Hilfsorganisation “Ärzte ohne Grenzen” lehnt aus Protest gegen die EU-Flüchtlingspolitik deren Hilfsgelder ab – für die Europäische Union kein Problem. Das hat die EU-Kommission klargestellt. Ein Sprecher erklärte, die Entscheidung der Organisation habe keinen Einfluss auf EU-Hilfsprojekte, an denen “Ärzte ohne Grenzen” beteiligt sei.

Der Generalsekretär der Organisation, Jerome Oberreit, sagte, “Ärzte ohne Grenzen” verurteile Europas schädliche Abschreckungspolitik und den Versuch, Menschen und deren Leid zunehmend in andere Länder abzuschieben. Das EU-Türkei-Abkommen sei nur die letzte Entscheidung in einer ganzen Reihe politischer Entscheidungen, die gegen Werte und Prinzipien verstoßen, denen zufolge man helfen müsse.

Die Hilfsorganisation verzichtet mit der Entscheidung nach eigenen Angaben jährlich auf rund 50 Millionen Euro. Allerdings stammen über 90 Prozent ihrer Finanzmittel aus privaten Spenden. “‘Ärzte ohne Grenzen’ ist kein Partner für EU-Hilfsmaßnahmen in der Türkei”, so ein Sprecher der EU-Kommission. “Die Organisation hat auch keine EU-Gelder für Projekte in der Türkei beantragt. Daher wird keine lebensrettende humanitäre Hilfe für Flüchtlinge betroffen sein.”

Mitarbeiter von “Ärzte ohne Grenzen” hatten am Mittwoch 140 Flüchtlinge im Mittelmeer aus Seenot gerettet. Nach Angaben der Organisation befanden sich 38 Frauen und 18 Kinder unter den Geretteten.

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