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Ukrainekonflikt: Friedensstifter katholische Kirche?

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Ukrainekonflikt: Friedensstifter katholische Kirche?

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Der Vatikan will eine entscheidende diplomatische Rolle im Ukrainekonflikt spielen. Pietro Parolin ist der Generalsekretär des Heiligen Stuhls – eine Art Ministerpräsident des Vatikanstaates. Er kam in die Ukraine, um Hilfsgüter unter der Bevölkerung zu verteilen. Er traf auch Präsident Petro Poroschenko, um auf die volle Umsetzung der Minsker Verträge zu pochen. Euronews traf Parolin an der diplomatischen Vertretung des Vatikans in Kiew.

Sergio Cantone, euronews:
Eure Eminenz, willkommen bei Euronews. Sie kamen in die Ukraine, um der Bevölkerung zu helfen, die unter dem Konflikt leidet. Welche Position haben Sie bezüglich des Kriegs und was könnte die politische Lösung sein?

Pietro Parolin, Generalsekretär des Heiligen Stuhls:
Der Heilige Stuhl bezieht sich auf Prinzipien und Werte, die die Grundlage für Beziehungen zwischen Staaten, Nationen und innerhalb der internationalen Gemeinschaft sein müssen. Die Prinzipien beruhen auf internationalem Recht. In diesem Fall geht es darum, internationationale Gesetze auf dem Gebiet und an den Grenzen der Ukraine zu respektieren.

Sergio Cantone, euronews:
Betrifft das auch die Krim?

Pietro Parolin, Generalsekretär des Heiligen Stuhls:
Es betrifft alles.

Sergio Cantone, euronews:
Das Minsker Abkommen sollte die Grundlage sein, denn darauf basiert dieser schwierige Waffenstillstand, der wieder und wieder gebrochen wird. Meinen Sie, auch die Ukraine sollte Schritte unternehmen?

Pietro Parolin, Generalsekretär des Heiligen Stuhls:
Sicher. Selbst Papst Franziskus bezog sich mehrmals auf das Minsker Abkommen als eine Art Ansatzpunkt,von dem aus weiter verhandelt wird.

Sergio Cantone, euronews:
Glauben Sie, es ist in diesem Fall schwieriger, ein ehrliches Abkommen zu erreichen, da beide Staaten bekannt für Korruption sind?

Pietro Parolin, Generalsekretär des Heiligen Stuhls:
Als ich die vertriebenen Menschen traf, dachte ich, wie wichtig es ist, dass diese politische Führungsriege, die das Schicksal der Menschen in der Hand hat – dass sie diese Menschen trifft, um den Schmerz zu sehen und das Leid, das sie durchmachten, und das es sie vielleicht nicht kalt lässt.
Korruption ist wie eine Wand, wegen der man nur seine eigenen Interessen sieht und keine Einblicke in das Leben anderer Menschen erhält.

Sergio Cantone, euronews:
Die Position der katholischen Kirche ist klar: man muss all den Bedürftigen die Türen öffnen, die Hilfe brauchen, egal, ob es Kriegsflüchtlinge oder Wirtschaftsflüchtlinge sind.

Pietro Parolin, Generalsekretär des Heiligen Stuhls:
Wir sind uns bewusst, dass Europa einer Herausforderung gegenüber steht, die seine Grundzüge und den Zusammenhalt gefährden. Die Frage nach Integration ist ein erschreckender Punkt. Das Phänomen entwickelt sich rasant schnell, sodass keine Zeit bleibt, die Menschen in die Gesellschaft zu integrieren. Das ist der Grund, warum wir uns anstrengen müssen, damit das Zusammenleben leichter wird. Dadurch können wir verhindern, dass die Differenzen Konflikte schüren, statt uns gegenseitig weiterzubringen.

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