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Offenbar nur ein Täter in Dallas - es bleibt die Frage nach dem Warum

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Offenbar nur ein Täter in Dallas - es bleibt die Frage nach dem Warum

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In Dallas im US-Bundesstaat Texas werden die Ermittlungen einen Tag nach den tödlichen Schüssen fortgesetzt. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob es mehrere Täter gab. Zunächst berichtete die Polizei von mehreren Schützen, drei Menschen waren in der Nacht festgenommen worden. US-Medien berichteten aber unter Berufung auf Ermittlerkreise, es habe nur einen Täter gegeben.

Micah Johnson, ein Afghanistanveteran, war in der Nacht nach einem mehrstündigen Feuergefecht und erfolglosen Verhandlungen mit Hilfe eines Roboters getötet worden. Er hatte zuvor gesagt, er habe alleine gehandelt, aus Hass auf Weiße und weiße Polizisten. In seiner Wohnung fand die Polizei Waffen, paramilitärisches Material und Handbücher für den bewaffneten Kampf. Johnsons Nachbar kann das kaum glauben: “Ich habe gehört, dass er Weiße hasste. Ich meine, ich bin weiß und er hat mich trotzdem zu sich nach Hause eingeladen. Jetzt frage ich mich, ob irgendetwas hätte tun können, um ihn von der Tat abzuhalten? Ich bin sicher, es gibt eine Verbindung zu Louisiana und Minnesota. Ich habe wirklich gedacht, er sei ein netter Kerl.”

Fünf Polizisten waren erschossen worden, als sie einen Protestmarsch gegen Polizeigewalt sicherten. Sieben weitere und zwei Zivilisten wurden verletzt.

Am Tag nach der Tat gedenkt Dallas der Toten. Hunderte Menschen versammelten sich zu einem bewegenden Gottesdienst. Landesweit wächst die Sorge, dass die Gewalt eskalieren könnte. Es gab von vielen Seiten Aufrufe zur Mäßigung und zum Zusammenrücken, sehr vernehmlich auch vonseiten schwarzer Bürgerrechtler.

Als Reaktion auf den tödlichsten Tag für die Polizei in den USA seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 verkürzt US-Präsident Barack Obama seine Europareise um einen Tag. Er wird am Sonntagabend zurück in den USA erwartet.

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