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Todesschüsse von Baton Rouge - die Situation klärt sich

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Todesschüsse von Baton Rouge - die Situation klärt sich

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Nach Einschätzung der Behörden in Baton Rouge hat nur ein Täter die tödlichen Schüsse auf
Polizisten abgegeben. Die Bevölkerung müsse nicht fürchten, dass es derzeit noch weitere, vielleicht noch aktive Schützen gebe. Der noch nicht identifizierte Täter hatte am Sonntagmorgen Ortszeit in Louisiana drei Polizisten getötet und drei weitere verletzt.

US-Präsident Barack Obama hat die Schüsse auf Polizisten als “feigen” Anschlag verurteilt. Zum zweiten Mal in nur zwei Wochen seien Polizeibeamte getötet worden, während sie ihrer Arbeit nachgegangen seien. Über das Motiv des Schützen ist noch nichts bekannt. Baton Rouge scheint aber nur der momentane Höhepunkt eines eskalierenden Konflikts zwischen Farbigen und Ordnungskräften zu sein.

Augenzeugen berichteten, sie hätten bis zu 30 Schüsse gehört. In Fernsehaufnahmen war zu sehen, wie Polizisten in der Hauptstadt des Bundesstaates das Feuer erwiderten und Passanten Schutz suchten. Die Schüsse fielen am Morgen etwa anderthalb Kilometer vom Polizeipräsidium der Stadt entfernt. Am Airline Highway wurden zahlreiche Polizeiautos zusammengezogen. Fahrzeuge wurden kontrolliert und Bürger gebeten, sich vom Tatort fern zu halten. Die Polizei suchte in der Nähe der Leiche des erschossenen Verdächtigen mit einem Spezialroboter nach Sprengstoff. Offenbar seien die Beamten wegen einer anderen Schießerei im Einsatz gewesen, als sie dann selbst beschossen worden seien, sagte ein Polizeisprecher einem örtlichen Fernsehsender. Zunächst waren die Behörden von mehren Tätern ausgegangen, nach ihnen wurde erfolglos gefahndet. Der Kongressabgeordnete Ted Jones sprach im Sender MSNBC von drei Schützen.

In Baton Rouge war vor knapp zwei Wochen der Schwarze Alton Sterling bei einem Polizeieinsatz ums Leben gekommen. Der 37-Jährige war vor einem Laden erschossen worden, vor dem er CDs verkaufte. Behördenangaben zufolge traten Polizisten an ihn heran, nachdem in einem Notruf ein Bewaffneter gemeldet worden war, der jemanden vor einem Geschäft bedrohe. Es kam zu einem Handgemenge. Sterling starb laut Obduktion an mehreren Schusswunden aus nächster Nähe. Videos von Augenzeugen zeigen, wie die Beamten den Mann zu Boden drückten.

In der Folge hatte es im ganzen Land Proteste gegen institutionellen Rassismus und Polizeigewalt gegeben. Kurz darauf hatte ein Schwarzer in Dallas fünf Polizisten aus dem Hinterhalt erschossen und dies mit der Gewalt gegen Schwarze begründet.

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