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Bank in Bayern verlangt Zinsen für Geld auf dem Konto

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Bank in Bayern verlangt Zinsen für Geld auf dem Konto

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Die Raiffeisenbank im bayerischen Gmund am Tegernsee macht derzeit international Schlagzeilen. Angesichts der von der Europäischen Zentralbank verordneten Negativzinsen hat man sich dort zu einem radikalen Schritt entschlossen: Kunden, die hier Geld auf dem Konto haben, müssen dafür Zinsen zahlen.

“Der Hintergrund ist, dass diese Gelder jeden Tag verfügbar sind und wir damit auch nicht arbeiten können”, sagt Josef Paul von der Raiffeisenbank. “Die EZB verlangt von uns 0,4 Prozent Negativzins, und den geben wir an den Kunden weiter.”

Nicht alle Kunden betroffen

Die neuen Zinsen gelten für Girokonten und andere Tagegeldkonten. Einlagen auf Sparkonten sind bisher frei von Negativzinsen. Außerdem sind nur Kunden betroffen, die mindestens 100.000 Euro auf dem Konto haben. Im reichen Gmund sollen das rund 140 Raiffeisen-Kunden sein.

Mit den Negativzinsen will die Europäische Zentralbank die Wirtschaft ankurbeln: Banken sollen Geld verleihen, statt es nur zu verwalten. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken, Michael Kemmer, sieht jedoch keinen generellen Trend zu Negativzinsen für Privatkunden: “Letztlich muss natürlich jedes Institut selbst entscheiden, aber meine persönliche Einschätzung ist, dass der Markt eine Weitergabe von Negativzinsen an Verbraucher kaum zulassen wird.” Dennoch, die Raiffeisenbank in Gmund ist nicht die erste Bank, die diese Zinsen an die Kunden weitergibt. So hat die Skatbank, die ebenfalls zum Raiffeisen-Verbund gehört, bereits Zinsen für Einlagen über 500.000 Euro eingeführt.

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