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Dänemark: Ein Toter bei Drogenrazzia in Hippie-Kolonie Christiania

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Dänemark: Ein Toter bei Drogenrazzia in Hippie-Kolonie Christiania

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Bewohner der Hippie-Kolonie Christiania in Kopenhagen haben Stände abgerissen, an denen Haschisch verkauft worden ist. Vorangegangen war eine Polizeiaktion gegen Drogendealer. Dabei hatte ein junger Mann zwei Polizisten und einen Besucher angeschossen. Die Beamten erwiderten das Feuer, inzwischen ist der Angreifer seinen Verletzungen erlegen. Die Miliz Islamischer Staat teilte mit, der sei einer ihrer Kämpfer gewesen, was die Ermittler für unwahrscheinlich halten. Sie sagen, die Tat stehe im Zusammenhang mit Drogenkriminalität, auch wenn der Täter mit dem IS sympathisiert habe.

Ermittler der Spezialeinheit, die gegen den Haschisch-Verkauf in der sogenannten Pusherstreet in dem Freistaat vorgehen, hätten den polizeibekannten 25-Jährigen seit Tagen beobachtet, hieß es. Der Mann, der ursprünglich aus Bosnien stammte und die dänische Staatsbürgerschaft hatte, soll in der Szene dafür verantwortlich gewesen sein, die Tageseinnahmen verschwinden zu lassen. In der Nacht sei er auf dem Fahrrad unterwegs gewesen, als die Polizei ihn festnehmen wollte. “Er hat sich freigerissen”, sagte ein Polizeisprecher vor Journalisten. Dann habe er plötzlich eine Pistole gezogen und Schüsse abgefeuert.

Drogenhandel und Gewalt sind seit langem ein Problem in Christiania. Die Bewohner trafen sich inzwischen zu einem Krisentreffen. Der Sprecher Christianias, Risenga Manghezi, sagte: “Wir gehen jetzt schrittweise vor. Als erstes entfernen wir die Verkaufsbuden. Wir verurteilen die Gewalt aufs Schärfste, die leider zu einer Realität in der Pusherstreet geworden ist. Wir denken an den schwer verletzten Polizisten und seine Familie.”

Christiania wurde 1971 gegründet. Die Kommune zählt zu den größten Touristenattraktionen Kopenhagens. Jährlich kommen gut eine halbe Million Besucher hierher.

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