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Saudi-Arabien und Russland wollen Ölschwemme eindämmen

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Saudi-Arabien und Russland wollen Ölschwemme eindämmen

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Saudi-Arabien und Russland wollen in einer Arbeitsgruppe gemeinsame Schritte gegen die anhaltend niedrigen Ölpreise ausloten.

Am Rande des G20-Treffens der Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in China vereinbarten die beiden weltgrößten Ölexporteure eine engere Zusammenarbeit.

Saudi-Arabiens Minister für Energie, Industrie und Rohstoffe, Khalid bin Abdulaziz Al Falih:

“Herr Nowak und ich hatten sehr produktives Treffen, das Saudi-Arabien und Russland einander näher bringt und uns hilft, unsere Schritte besser zu verstehen.”

Russland gehört dem Produzentenverband OPEC nicht an, in dem Saudi Arabien eine führende Rolle spielt. Die 14 erdölexportierenden OPEC-Länder, vor allem aus dem Nahen Osten, fördern etwa 40 Prozent der weltweiten Erdölproduktion und verfügen über drei Viertel der weltweiten Erdölreserven.

Russlands Energieminister Alexander Nowak:

“Wir waren uns einig über die Koordinierung gemeinsamen Handelns, ausgerichtet auf die Stabilisierung der Ölmärkte und Berechenbarkeit”

Russland könne mit dem aktuellen Ölpreis leben, sagte Präsident Wadimir Putin am Rande des G20-Gipfels in China, fair finde man ihn nicht. Und: Der Iran solle so viel Öl fördern dürfen wie vor den internationalen Atom-Sanktionen.

Seit Monaten diskutieren die Opec-Mitglieder und andere wichtige Ölproduzenten über eine mögliche Begrenzung der Fördermengen. Damit sollen die seit Mitte 2014 stark gefallenen Preise gefestigt werden. Ein erster Anlauf zu einem Deal war im April jedoch an Meinungsverschiedenheiten gescheitert.

Die Verschuldung der Ölunternehmen, ein stagnierender Verbrauch und die Ankündigung der OPEC im November 2014, die Förderquoten nicht zu senken, hatten im Dezember 2015 zu einem starken Absturz des Ölpreises auf unter 30 Dollar pro Barrel (Brent) geführt.

Vor allem das Fracking in den USA hatte die hohe Weltproduktion gesteigert. Kommen die relativ niedrigen Produktionskosten nach Inbetriebnahme vieler Förderquellen und ein gedämpftes Wirtschaftswachstum vor allem in China und Lateinamerika dazu. Bei einem Ölpreis von 30 Dollar pro Barrel können allerdings nur bei sechs Prozent der globalen Fördermenge die operativen Kosten nicht mehr gedeckt werden.

Sigrid Ulrich mit Reuters

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