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Assad: "Wir sind entschlossen, Syrien von den Terroristen zurückzuerobern"

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Assad: "Wir sind entschlossen, Syrien von den Terroristen zurückzuerobern"

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Wenige Stunden vor der zwischen Russland und den USA ausgehandelten Waffenruhe für Syrien hat Präsident Baschar al-Assad die Stadt Daraja besucht. Der Vorort von Damaskus war bis vor zwei Wochen in der Hand von Rebellen, inzwischen hat die Regierung hier wieder die Kontrolle. Assad unterstrich seinen Anspruch, in ganz Syrien wieder die Oberhand zu gewinnen.

“Mit unserem Besuch in Daraja senden wir auch die Botschaft, dass der syrische Staat entschlossen ist, jede einzelne Region von den Terroristen zurückzuerobern. Wir sind entschlossen, Frieden und Sicherheit wiederherzustellen. Wir werden die Infrastruktur wieder aufbauen, alles, was in materieller und menschlicher Hinsicht zerstört wurde.”

Unklar ist, ob sich Assad an die Waffenruhe halten will. In Daraja sagte er: “Die Streitkräfte machen ohne zu zögern und unabhängig aller inneren und äußeren Bedingungen weiter, die Sicherheit in allen Gebieten Syriens wiederherzustellen.” Moskau zufolge ist die Waffenruhe, die am Montagabend in Kraft treten sollte, mit der Führung in Damaskus abgesprochen gewesen.

Assad nutzte den Besuch im großteils zerstörten Daraja auch, um in einer Moschee anlässlich des Opferfestes Eid al-Adha zu beten.

Unterdessen gingen die Kämpfe auch Stunden vor der vereinbarten Waffenruhe weiter. Besonders um die nordsyrische Metropole Aleppo habe es heftige Gefechte gegeben, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Kampfflugzeuge flogen demnach zahlreiche Angriffe. Auch in der Provinz Idlib und nahe der Hauptstadt Damaskus hätten Kampfjets Angriffe geflogen, hieß es.

Assad in Daraja

Text der Übereinkunft zur Waffenruhe

Syrien: Wer gegen wen kämpft

Was vor mehr als fünf Jahren mit Demonstrationen in einer Provinzstadt begann, hat sich mittlerweile zu einem komplexen Bürgerkrieg ausgeweitet. Der Konflikt wird auch von außen immer weiter angefacht. Er ist schwer lösbar, weil es viele Akteure mit eigenen Interessen sowie ein kompliziertes Netz gegenseitiger Abhängigkeiten gibt.

SYRISCHE REGIERUNG: Anhänger von Präsident Baschar al-Assad kontrollieren weiter die meisten großen Städte wie Damaskus, Homs, Teile Aleppos sowie den Küstenstreifen am Mittelmeer. Syriens Armee hat allerdings viele Soldaten verloren und wird vor allem durch russische Kampfjets und iranische Kämpfer unterstützt.

ISLAMISCHER STAAT (IS): Die Terrormiliz hat in den vergangenen Monaten große Teile ihres Gebietes verloren, herrscht aber immer noch in vielen Städten entlang des Euphrats und in Zentralsyrien.

REBELLEN: Unzählige Rebellengruppen kämpfen in Syrien – von moderaten Gruppen, die vom Westen unterstützt werden, bis zu radikalen Islamisten wie der früheren Nusra-Front. Immer wieder gehen die verschiedenen Truppen zeitweise Zweckbündnisse ein.

KURDEN: Kurdische Streitkräfte beherrschen mittlerweile den größten Teil der Grenze zur Türkei. Sie sind ein wichtiger Partner des Westens im Kampf gegen den IS. Sie kämpfen teilweise mit Rebellen zusammen, kooperieren aber auch mit dem Regime in Damaskus.

DIE USA UND DER WESTEN: Washington führt den Kampf gegen den IS an der Spitze einer internationalen Koalition. Kampfjets fliegen täglich Angriffe. Beteiligt sind unter anderem Frankreich und Großbritannien. Deutschland stellt unter anderem sechs Tornados für Aufklärungsflüge.

RUSSLAND: Seit einem Jahr fliegt Russlands Luftwaffe Angriffe in Syrien und steht an der Seite von Machthaber Assad. Russland bekämpft offiziell den IS, greift aber den Angaben zufolge immer wieder auch moderate Rebellengruppen an, die Seite an Seite mit Dschihadisten kämpfen.

IRAN: Teheran ist der treueste Unterstützer des Assad-Regimes. Ein Vorwurf lautet, dass Iraner Seite an Seite mit syrischen Regierungssoldaten kämpfen. Nach Angaben Teherans sind keine iranischen Truppen in Syrien stationiert. Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden agierten lediglich als militärische Berater der syrischen Armee, heißt es. Auch Kämpfer der von Teheran unterstützten libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah sind in Syrien an Assads Seite im Einsatz.

SAUDI-ARABIEN UND DIE TÜRKEI: Riad und Ankara sind wichtige Unterstützer von Rebellen. Sie fordern den Sturz Assads. Saudi-Arabien geht es darum, den iranischen Einfluss zurückzudrängen. Der Iran ist der saudische Erzrivale im Nahen Osten. Die Türkei will eine größere Selbstbestimmung der Kurden in Nordsyrien verhindern.

(dpa)

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