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Vierter Anlauf: Prozess gegen Auschwitz-Sanitäter hat begonnen

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Vierter Anlauf: Prozess gegen Auschwitz-Sanitäter hat begonnen

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Im vierten Anlauf hat am Montag in Deutschland der Prozess gegen einen früheren SS-Sanitäter aus dem Vernichtungslager Auschwitz begonnen.
Der 95-Jährige muss sich wegen Beihilfe zum Mord in über 3600 Fällen vor dem Landgericht Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern
verantworten. Er hatte im Spätsommer 1944 als SS-Sanitäter im KZ
Auschwitz-Birkenau gearbeitet.

Der 95-Jährige erschien im Rollstuhl vor Gericht. Der Prozessbeginn war zuvor bereits drei Mal verschoben worden, da der Angeklagte verhandungsunfähig war. Vor Verhandlungsbeginn wurde der Mann noch einmal amtsärztlich untersucht.

Laut Staatsanwaltschaft soll er in seiner Zeit als SS-Sanitäter etwa 650 Meter von mehreren Krematorien entfernt gearbeitet haben. Die Anklage wirft ihm vor, sich in die Lagerorganisation eingefügt und die Vernichtung von Leben damit befördert zu haben.

Zu Beginn der Verhandlung stellten Staatsanwaltschaft und Nebenkläger
Befangenheitsanträge gegen den Vorsitzenden Richter. Der Vorsitzende
widme einer angeblichen Verhandlungsunfähigkeit des Angeklagten zu
große Bedeutung und versetze sich nicht in die Lage von Überlebenden
des Holocaust, erklärten die Nebenklage-Anwälte.

Die Verteidigung bestreitet eine Schuld ihres Mandanten. Der Mann war
nach Kriegsende für seine SS-Tätigkeit schon in Polen zu einer Haftstrafe verurteilt worden, die er auch verbüßt hat. Wann der Prozess fortgesetzt wird, ist wegen der Befangenheitsanträge noch unklar.

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