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Obama und Merkel verurteilen Luftangriffe auf Aleppo - Bombardierungen dennoch fortgesetzt

In der festgefahrenen diplomatischen Krise zwischen Russland und den USA im Syrien-Konflikt hat es am Donnerstag keine Bewegung gegeben.

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Obama und Merkel verurteilen Luftangriffe auf Aleppo - Bombardierungen dennoch fortgesetzt

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US-Präsident Barack Obama und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel haben nach einem Telefonat die Angriffe der syrischen und russischen Luftwaffe auf die syrische Großstadt Aleppo aufs schärfste verurteilt. Das Weiße Haus erklärte, beide seien sich darüber einig, dass es an Russland und dem syrischen Regime liege, die Kämpfe zu beenden.

Meinung

Die Bombardierung von Aleppo ist nicht zu entschuldigen.

John Kerry US-Außenminister

US-Außenminister John Kerry sagte in Washington: “Die Bombardierung von Aleppo ist nicht zu entschuldigen. Ich denke, wir stehen an der Grenze zum Abbruch der Kooperation mit Russland in der Syrienfrage. In Zusammenhang mit der Art und Weise der Bombardierungen ist es irrational, zusammenzusitzen und zu versuchen, die Dinge ernst zu nehmen.”

Der Kreml kritisierte US-Drohungen, die Syrien-Gespräche abzubrechen. Moskau wirft Washington unter anderem vor, mit seiner Politik innenpolitische Ziele im Bürgerkriegsland zu verfolgen.

Marija Zacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, erklärte in Moskau: “Wir unterstreichen noch einmal die Wichtigkeit der Unterscheidung zwischen der sogenannten gemäßigten Opposition und Terroristen. Wir rufen vor allem die USA auf, ihren großen Einfluss in der Region für ein Zustandekommen dieser Einstufung auszuüben.”

Aleppo hat in den vergangenen Tagen die heftigsten Luftangriffe seit Beginn des Bürgerkriegs vor fünf Jahren erlebt. Nach UNICEF-Angaben wurden innerhalb einer Woche 96 Kinder in Aleppo getötet und 223 verletzt. In den Rebellengebieten in Ost-Aleppo sind bis zu 300.000 Menschen eingeschlossen. Russland ist beim Kampf um Aleppo nur zu zweitägigen Feuerpausen zur Versorgung der Zivilbevölkerung bereit. Westliche Nationen fordern deutlich längere Ruhephasen.