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Hampi: Indiens geheimes Juwel

Hampi – die Hauptstadt des letzten großen Hindu-Reichs – des Königreiches Vijayanagar – in Südindien.

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Hampi: Indiens geheimes Juwel

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Hampi – die Hauptstadt des letzten großen Hindu-Reichs – des Königreiches Vijayanagar – in Südindien. Seit 1986 ist die Stätte Unesco-Welterbe.

Die reichen Hindu-Prinzen bauten damals Tempel und Paläste, die schon zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert große Bewunderung bei auswärtigen Besuchern auslösten. 1565 wurde das Hindu-Königreich von den benachbarten Dekkan-Sultanaten besiegt, die Hauptstadt monatelang geplündert und dann verlassen. Der Virupaksha-Tempel überstand die Zerstörungen und ist bis heute Gebetsstätte. Neben den Pilgern lockt der eindrucksvolle Komplex in der Felslandschaft seit den 1990er Jahren immer mehr Touristen an.

“Als wir hier ankamen, war es fünf Uhr dreißig morgens, wir sind den Mantanga-Berg hochgestiegen und hatten eine traumhafte Aussicht über ganz Hampi! Wir haben viele Fotos gemacht, und als wir die unseren Freuden schickten, haben die alle gefragt, wow, wo seid Ihr – so fantastisch sah das aus!” erzählt eine Touristin.

Mehr als eine halbe Million Besucher kommen inzwischen jährlich hierher. Die vielen Makakenaffen in der Gegend sind natürlich auch eine Attraktion. Hampi, das auch als Asiens größtes Open-Air-Museum gilt, erstreckt sich über eine Fläche von gut 4.000 Hektar, mit über 1.600 Bauwerken. Die meisten bestehen aus Granit, Ziegeln und Kalkmörtel.

“Meine Großeltern haben sich vor achtzig Jahren hier niedergelassen!” erzählt Touristenführer Manjunat Gowda. “Es war damals noch kein Touristenort, sondern nur eine Pilgerstätte. Viele Menschen kamen her, um zu beten, nicht, um etwas zu besichtigen. Meine Großeltern haben die Pilger willkommen geheißen und ihnen Tee oder Kaffee angeboten und einen Happen zu essen. Etwas ganz Einfaches. Denn sie fanden, dass das Gäste Gottes sind.”

Eine ausgefeilte Mischung städtischer, königlicher, religiöser und Militär-Architektur, mit Festungsanlagen, Basaren, Tempeln, Schreinen, Säulenhallen, Wachposten und Wassertanks mit ausgeklügelter Hydraulik. Unter dem Vijayanagar-Königreich blühte die Dravidische Architektur.

“Im 16. Jahrhundert haben sie schon alles gemacht”, begeistert sich Archäologe Prakashn Nayakanda. “Nichts blieb übrig, was wir nachzutragen hätten: Wasserwissenschaft, Bewässerung, Landwirtschaft, Architektur – was wir heutzutage tun, das haben sie alles schon gemacht.”

Ein Zeugnis politischer und wirtschaftlicher Blüte. Das Vijayanagar-Königreich kontrollierte damals fast ganz Südindien.

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