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Weißhelme in Syrien: unerwartete Retter


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Weißhelme in Syrien: unerwartete Retter

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Die unbewaffnete und unparteiische Gruppe der Weißhelme, die auch als Syrische Zivilschutzorganisation bezeichnet wird, besteht aus rund 3000 Freiwilligen, die im syrischen Bürgerkrieg ohne Ansehen der Person Leben retten. Oft sind sie die Ersten vor Ort, die Verletzte versorgen. In Amateurvideos sieht man, wie sie teils mit bloßen Händen Verschüttete aus Trümmern graben.

Vor Kurzem wurden die Weißhelme mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Ende September berichtete der Leiter der Weißhelme vor der Denkfabrik Atlantic Council in Washington von den unaufhörlichen Bombenangriffen, die die syrische Stadt Aleppo zerstören:

“In den vergangenen acht Tagen haben wir grausame Attacken gegen Aleppo erlebt. Wir dokumentierten 1700 Luftangriffe auf die Stadt. 19 von ihnen waren Angriffe mit bunkerbrechenden Waffen. Und 200 von ihnen waren Angriffe mit Streubomben und Waffen, die international verboten sind”, so Raed al Saleh.

Die Freiwilligen, die für die Weißhelme arbeiten, kommen aus ganz Syrien und aus allen Schichten, darunter Bäcker, Ingenieure oder Lehrer.

“Wir haben aktuell 120 Weißhelme in Aleppo. 12 von ihnen wurden verletzt, deshalb versuchen wir Schulungen in Aleppo abzuhalten, um neue Freiwillige zu rekrutieren und in ihre Arbeit einzuweisen”, so al Saleh.

Diese Bilder aus Idlib gingen um die Welt: Ein Weißhelm rettet ein vier Monate altes Baby mit Kopfverletzungen aus den Trümmern und bricht in Tränen aus.

Laut eigenen Angaben haben die Weißhelme seit 2013 mehr als 62.000 Menschen das Leben gerettet. Dabei verloren mehr als 140 der Helfer ihr Leben.

Ihre Arbeit als unerwartete Retter wird immer gefährlicher: Am 23. September wurden drei der vier Zivilschutzzentren Aleppos gezielt durch Luftangriffe bombardiert.

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