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Polnische Lehrer demonstrieren gegen Schulreform


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Polnische Lehrer demonstrieren gegen Schulreform

In Polen haben Tausende Lehrer gegen eine Reform des Schulsystems demonstriert. Aufgerufen hatte zu den landesweiten Protesten die polnische Lehrergewerkschaft, die Organisatoren rechneten mit bis zu 25.000 Teilnehmern.

“Diese Reform wird alles kaputtmachen, was im Bildungssystem in den vergangenen Jahren verbessert wurde”, sagt ein Lehrer. “Bildung muss verbessert werden, aber nicht auf diese Weise.”

Grund für die Proteste sind Pläne der Regierung, die Mittelschule abzuschaffen. Polen würde damit wieder zum alten System aus Grundschule und weiterführender Schule zurückkehren. Gewerkschaftschef Slawomir Broniarz argumentiert dagegen, die Mittelschule sei der Ort, der gleiche Bildungschancen garantiere.

Die Demonstranten haben aber auch Angst vor dem Verlust ihrer Jobs. 100.000 Lehrer arbeiten nach Broniarz’ Angaben in den Mittelschulen. Bildungsministerin Anna Zalewska zufolge sollen aber keine Arbeitsplätze wegfallen, im Gegenteil: Sie verspricht sogar mehr Jobs im neuen System. Wenn es nach der Regierung geht, wird dieses schon im kommenden Schuljahr umgesetzt.

Die konservative Regierung in Polen steht nicht nur wegen der Schulreform in der Kritik. Vergangene Woche hatten Frauen gegen ein striktes Abtreibungsverbot protestiert. International wird Polen unter anderem wegen eines umstrittenen Mediengesetzes kritisiert.

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