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12-Jährige berichtet über Martyrium in IS-Gefangenschaft


Libyen

12-Jährige berichtet über Martyrium in IS-Gefangenschaft

Das Entsetzen über ihr Martyrium steht ihnen noch ins Gesicht geschrieben. Elf Mädchen und Frauen sind in der vergangenen Woche in der libyschen Küstenstadt Sirte aus den Händen der Miliz Islamischer Staat befreit worden. Sie stammen aus mehreren afrikanischen Ländern und wollten über Libyen nach Europa gelangen. Ein 12-jähriges Mädchen aus Eritrea berichtete über die rund anderthalbjährige IS-Gefangenschaft:

“Die Dschihadisten haben uns ständig vergewaltigt und wir waren machtlos. Wenn wir uns wehrten, wurden wir gefesselt und vergewaltigt. Wir hatten nicht genug Kraft. Sie machten, was sie wollten. Dann verkauften sie uns an andere oder drohten damit, uns anderen auszuliefern. Ich habe für meinen Tod gebetet, denn das wäre besser gewesen als ein Leben mit dem Islamischen Staat. Deshalb haben wir uns aus dem dritten Stockwerk gestürzt.”

Für die 12-Jährige ging die Verzweiflungstat glimpflich aus, sie erlitt leichte Verletzungen. Ihre Mutter brach sich beim Sprung in die Tiefe beide Beine.

“Wir sind als Illegale durch die Wüste nach Libyen gekommen (und das ist ein Teil des Problems, das gelöst werden sollte). Wir wollten Sicherheit in Europa finden. Wenn man von unserem Leid hört, wird uns vielleicht geholfen werden.”

Die befreiten Mädchen und Frauen haben inzwischen abseits der Kampfhandlungen in Sirte einen provisorischen, aber sicheren Unterschlupf in der weiter westlich gelegenen Hafenstadt Misrata gefunden.

Nach Angaben der international anerkannten libyschen Regierung geraten die IS-Dschihadisten in Sirte durch das Vorgehen regierungstreuer Milizen weiter in die Defensive. Statt – wie noch vor mehreren Monaten – einen dreihundert Kilometer langen Küstenstreifen soll die IS-Miliz inzwischen nur noch einen Stadtteil von Sirte kontrollieren.

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