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"Blauer Gürtel" für Marokkos Fischerei


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"Blauer Gürtel" für Marokkos Fischerei

Erderwärmung, Anstieg der Meeresspiegel, Versauerung des Meeres: Der Klimawandel sorgt für immer mehr Extrem-Phänomene. Wie lassen sich die Auswirkungen mindern – insbesondere in den Küstengebieten? Marokko, Gastgeber der Klimakonferenz COP22, hat mehrere Initiativen angestoßen, darunter der “Blaue Gürtel”.

Die Initiative folgt der Strategie des Blauen Wachstums der FAO, der Organisation für Ernährung und Landwirtschaft der Vereinten Nationen. Einer ihrer drei Schwerpunkte ist, nachhaltige Fischerei zu fördern, damit sich die Bestände erholen können, und die Ökosysteme entlang der Küsten wiederherzustellen. Unter anderem mit weniger Beifang, der ins Meer zurückgeworfen wird. Außerdem soll der Kohlendioxid-Ausstoß der Schiffe verringert werden. Und der Weg, den jeder Fischkutter zurücklegt, kann mit einem speziellen Tracking-System an Bord per Satellit verfolgt werden.

Der zweite Schwerpunkt liegt auf der intensiven Beobachtung der Flora und Fauna im Küstengewässer, mit besonderen Bojen, die das Nationale Fischereiforschungsinstitut Marokkos ausgelegt hat. Das Königreich hofft auf länderübergreifende Kooperation, erklärt Institutsleiter Abdelmalek Faraj: “Wir wollen ein effizientes Beobachtungssystem für die Küsten schaffen und ausbauen. In Marokko haben wir mit der Installation von Bojen für meereskundliche und meteorologische Zwecke begonnen. Unser Ziel ist, mit unseren Partnerländern ein umfassendes Netz solcher Bojen vor den Küsten ganz Nordwestafrikas einzurichten.”

Dritter Schwerpunkt des “Blauen Gürtels” ist eine nachhaltige Aquakultur und Algenkultur, um Überfischung der natürlichen Bestände zu vermeiden. Faraj: “Wir wollen die Aquakultur ausbauen. Sie hat bedeutendes Entwicklungspotenzial. Der Fischereisektor verzeichnete in den vergangenen Jahren das größte Wachstum. Wir wollen aber, dass es eine nachhaltige Entwicklung gibt. Wir wollen auch die Entwicklung der Algenkultur fördern. Deshalb hat Marokko mehrere experimentelle Projekte gestartet, unter anderem mit Makroalgen."

Das Problem vor Marokkos Küsten: Durch die Fischereiabkommen mit der EU haben nicht nur die heimischen Fischer, sondern vor allem die hochindustrialisierten Flotten aus Europa die Bestände dezimiert.

Unterstützt von www.cop22.ma

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