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Häppchen und gute Worte: Frankreich verteilt die Flüchtlinge von Calais


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Häppchen und gute Worte: Frankreich verteilt die Flüchtlinge von Calais

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Etwa 6.500 Migranten haben zuletzt in dem illegalen Lager im nordfranzösischen Calais gelebt, sie müssen jetzt auf ganz Frankreich verteilt werden. Eine große logistische Aufgabe für das Land, aber vor allem für die Regionen, die jetzt die Migranten aufnehmen.

Ein Afghane und 27 Sudanesen steigen aus einem Bus in Villeurbanne, einer 150.000-Einwohner-Stadt in Südostfrankreich. Während im als “Dschungel von Calais” bekanntgewordenen illegalen Flüchtlingslager ihre Hütten abgerissen werden, werden sie hier freundlich begrüßt. Am Straßenrand wartet der Präfekt der Region und andere Lokalpolitiker, außerdem freiwillige Helfer. Sie scherzen mit den Neuankömmlingen und geleiten sie in ein Empfangszentrum, wo Getränke und Häppchen warten.

“In Calais haben viel zu lange schändliche Zustände geherrscht”, sagt der Präfekt der Region Rhône-Alpes, Michel Delpuech. “Jetzt setzen wir den politischen Willen der Regierung um und beenden das auf menschliche, gewissenhafte Weise und im Einklang mit den Traditionen und Werten der Republik.”

Aufnahmeeinrichtungen müssen noch geschaffen werden

Etwa 450 Auffangzentren will die Regierung in den kommenden Tagen bereitstellen, verteilt über das ganze Land. Dort sollen die Migranten zunächst unterkommen, außerdem soll ihnen dort mit ihren Asylanträgen geholfen werden. Frankreichs Regierung machte aber klar: Wer kein Recht auf Asyl hat, muss gehen.

Viele wollen aber gar kein Asyl in Frankreich, sie waren nach Calais gekommen, um von dort nach Großbritannien weiterzureisen. Dort warten schon Verwandte und Freunde auf sie, außerdem versprechen sich viele in England bessere Jobchancen.

Unbegleitete Minderjährige dürfen zunächst noch in Calais bleiben. Etwa 1.300 lebten zuletzt im Lager Calais. Sie werden jetzt in Containern untergebracht und registriert. Frankreich fordert von Großbritannien größere Anstrengungen, die Minderjährigen mit ihren Verwandten zusammenzubringen. Großbritanniens Innenminister Amber Rudd kündigte an, etwa die Hälfte der Kinder aufzunehmen.

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