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IS-Miliz bekennt sich zu Angriff auf Polizeischule in Pakistan

Dabei wurden mindestens 59 Menschen getötet und 120 weitere zum Teil lebensgefährlich verletzt.

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IS-Miliz bekennt sich zu Angriff auf Polizeischule in Pakistan

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Die Miliz Islamischer Staat hat sich zu dem blutigen Überfall auf ein Ausbildungszentrum der Polizei in der pakistanischen Stadt Quetta bekannt. Dabei wurden mindestens 59 Menschen getötet und 120 weitere zum Teil lebensgefährlich verletzt. Nach Polizeiangaben wurden auch drei Angreifer getötet. Zwei von ihnen sollen Sprengstoffwesten getragen haben.

Ein Generalmajor des paramilitärischen Grenzkorps in Quetta machte eine Extremistengruppe für den Anschlag verantwortlich, die der Miliz Islamischer Staat nahestehen soll:

“In den Angriff waren Terroristen von Lashkar-e-Jhangvi verwickelt. Sie bekamen ihre Anweisungen von Kommandanten, die sich in Afghanistan verstecken.”

Die IS-Miliz hatte sich auch zu einem Anschlag in Quetta in der Unruheprovinz Baluchistan im vergangenen August bekannt. Dabei waren vor einer Klinik 71 Menschen getötet und fast 200 weitere verletzt worden. Allerdings übernahm damals auch die pakistanische Talibangruppe Jamaat-ul-Ahrar die Verantwortung für den Angriff. Bis heute ist nicht klar, wer das Attentat beging.

Bei dem aktuellen Angriff wollten die Täter laut des Innenministers der Provinz Baluchistan, Sarfaraz Bugti, offenbar möglichst viele Menschen töten.

“Die Terroristen rechneten mit hohen Opferzahlen, weil sich rund 700 Kadetten in dem Zentrum aufhielten. Aufgrund des schnellen Eingreifens der Sicherheitskräfte war ihr Vorhaben nicht erfolgreich.”

Die Täter waren offenbar bis zu einem Schlafsaal in der Akademie vorgedrungen und hatten dort das Feuer auf die schlafenden Kadetten eröffnet. Medien berichteten von heftigen Schusswechseln und schweren Explosionen auf dem Gelände. Die Polizei befreite nach eigenen Angaben am Ende der fünfstündigen Operation etwa 250 Geiseln. Die pakistanische Regierung betont immer wieder, dass die IS-Miliz keine organisierte Präsenz im Land habe.