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Streit zwischen London und Paris um minderjährige Migranten


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Streit zwischen London und Paris um minderjährige Migranten

London und Paris schieben sich gegenseitig die Verantwortung für minderjährige Flüchtlinge zu. Die Kinder, die sich noch in Calais aufhalten, müssten ordentlich geschützt werden, sagte die britische Innenministerin Amber Rudd einem Bericht des Senders ITV zufolge.

Ihr französischer Amtskollege Bernard Cazeneuve reagierte darauf am späten Donnerstagabend “mit Überraschung”. Frankreich habe seine Verantwortung angenommen, ohne sich jemals davor zu drücken, sagte er.

Nach Angaben des französischen Innenministeriums wurden seit Beginn der Räumung des illegalen Flüchtlingslagers in Nordfrankreich knapp 1500 Minderjährige in einer provisorischen Unterkunft vor Ort untergebracht.

Für sie gelten spezielle Asylregeln. Nach einer Vereinbarung zwischen London und Paris sollen sie nach Großbritannien einreisen dürfen, wenn Familienangehörige dort bereits leben. Großbritannien wolle noch einige hundert Kinder aus Calais aufnehmen, sagte Rudd dem Bericht zufolge weiter. Tausend würden es aber wohl nicht werden.

Im Rahmen der Kooperation sind bisher etwa 270 Minderjährige aus Calais über den Ärmelkanal gelangt.

Zu Beginn der Woche hatten die Behörden die Migranten aus Calais auf andere Regionen in Frankreich verteilt und anschließend damit begonnen, die Hüttensiedlung abzureißen. Dabei brachen immer wieder Feuer aus, auch am Freitag brannte es an einigen Stellen.

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