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Afghanistan: 30 Zivilisten durch Luftangriff getötet


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Afghanistan: 30 Zivilisten durch Luftangriff getötet

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In der nordafghanischen Provinz Kundus sind bei einem mutmaßlichen NATO-Luftangriff mehr als 30 Zivilisten getötet worden, das bestätigte der Gouverneur der Region. Unter den Toten seien auch Kinder. Zudem gab es Dutzende Verwundete. Es handele sich um einen schrecklichen Unfall, so der Sprecher.

Anwohner wie Khudai Daad brachten aus Wut einige Leichen zum Gouverneurssitz. “Die Bomben fielen von zehn Uhr abends bis sechs Uhr morgens”, so der Mann. “Das hier ist eine Familie, vier Kinder, ihr Vater, ihre Mutter und ihr Großvater. Wir haben sie aus den Trümmern geborgen.”

Die NATO habe mit den Luftschlägen Streitkräfte beschützen wollen, die bei einer afghanischen Operation gegen Taliban-Kämpfer unter Beschuss geraten seien, so ein Sprecher. Der Vorfall werde untersucht.

Die NATO-Mission Resolute Support bestätigte zudem den Tod von zwei US-Soldaten in Kundus.

Offiiziellen afghanischen Angaben zufolge wurden auch mehrere Taliban-Kämpfer getötet, die Zahlen gehen aber auseinander. Provinzratsmitglied Fausia Jaftali sprach von 30 getöteten Kämpfern, Ministeriumssprecher Radmanisch von 14 toten Taliban und Gouverneurssprecher Danisch von 26 getöteten Aufständischen. Einig sind sich die Quellen, dass unter ihnen der Operationsleiter der Taliban für Kundus war, Mullah Taki. Die Taliban hätten sich in Häusern von Zivilisten versteckt.

NATO-Luftangriffe werden üblicherweise von den US-Streitkräften durchgeführt. Die USA haben in Afghanistan in diesem Jahr um die 700 Luftangriffe auf Stellungen der Taliban sowie der Terrormiliz IS geflogen. Es gibt zunehmend Berichte über zivile Opfer. Erst Ende September waren bei einem US-Drohnenangriff in der Ostprovinz Nangarhar mindestens 15 Zivilisten ums Leben gekommen. Die Vereinten Nationen hatten den Vorfall scharf verurteilt. Im Juni starben bei einem Luftangriff auf ein Talibangefängnis in Kundus nach lokalen Angaben mindestens sieben Zivilisten. Vor etwas mehr als einem Jahr hatte ein US-Helikopter eine Klinik der Organisation Ärzte ohne Grenzen für eine Talibanstellung gehalten und fast eine Stunde lang beschossen.Mehr als 40 Menschen, darunter Ärzte und Patienten, starben.

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