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Kolumbien: Leichen von Absturzopfern in Heimatländer ausgeflogen


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Kolumbien: Leichen von Absturzopfern in Heimatländer ausgeflogen

Nach dem Flugzeugabsturz in Kolumbien hat die Rückführung der sterblichen Überreste der 71 Todesopfer in deren Heimatländer begonnen. Der Flughafen der Stadt Medellín erklärte, zunächst sei der Sarg mit der Leiche eines der Piloten nach Paraguay ausgeflogen worden. Alle Todesopfer sind inzwischen identifiziert.

Die Maschine der Fluggesellschaft LaMia mit der brasilianischen Mannschaft des Fußball-Erstligisten Chapecoense an Bord war am Montagabend beim Landeanflug auf Medellín verunglückt. Als Absturzursache gilt nach derzeitigem Ermittlungsstand Treibstoffmangel. Der bolivianischen Fluggesellschaft LaMia wurde von der Regierung die Lizenz entzogen.

Erwin Tumiri ist einer von sechs Überlebenden des Unglücks. Ein von den Behörden veröffentlichtes Video von der Absturzstelle zeigt den bolivianischen Flugingenieur, wie er nach anderen Insassen sucht und Namen von Besatzungsmitgliedern ruft. Tumiri wird wie zwei weitere Überlebende in einem Krankenhaus der Stadt Rio Negro behandelt. Er war bei dem Absturz nur leicht verletzt worden.

In der Somer-Klinik werden auch eine bolivianische Stewardess und der brasilianische Fußball-Profi Alan Ruschel betreut, der auf der Intensivstation liegt. Ana Maria Gonzalez, die Chefärztin der Somer-Klinik, gab für Tumiri eine günstige Prognose ab:“In Zusammenarbeit mit den bolivianischen Ärzten haben wir Erwin abschließend untersucht. Er kann wahrscheinlich morgen oder übermorgen nach Bolivien zurückkehren, denn sein Gesundheitszustand hat sich stabilisiert. Die anderen Überlebenden werden noch länger im Krankenhaus bleiben müssen.”

Am Samstag ist eine große Trauerfeier in der brasilianischen Stadt Chapeco geplant, zu der hunderttausend Menschen erwartet werden. Das entspricht der Hälfte der Bevölkerung von Chapecó, wo der Klub Chapecoense beheimatet ist. Für den Erstligisten gibt es eine Welle der Solidarität. Ehemalige brasilianische Fußballstars wie Ronaldinho, Káká und der Argentinier Juan Riquelme boten an, bis zum Saisonende kostenlos für Chapecoense aufzulaufen. Die Mannschaft wurde durch den Absturz nahezu komplett ausgelöscht, 19 Profis kamen ums Leben. Zu einer Trauerfeier in der Stadt werden am Wochenende 100.000 Menschen erwartet, das entspricht der Hälfte der Bevölkerung von Chapecó.