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Schlussplädoyers im Kriegsverbrecherprozess gegen Mladic

Mladic ist wegen des Völkermordes von Srebrenica 1995 sowie Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt.

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Schlussplädoyers im Kriegsverbrecherprozess gegen Mladic

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Vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag ist der seit über vier Jahren andauernde Völkermord-Prozess gegen den bosnisch-serbischen Ex-General Ratko Mladic in die letzte Phase gegangen. Die Ankläger begannen ihr Schlussplädoyer. Mladic ist wegen des Völkermordes von Srebrenica im Jahr 1995 sowie Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in elf Fällen angeklagt.

Ankläger Alan Tieger erklärte:“Innerhalb kurzer Zeit sind 7000 Männer und Jungen aus Srebrenica, einige von ihnen waren erst 12 Jahre alt, systematisch ermordet worden. Die verbliebenen Einwohner von Srebrenica wurden vertrieben. Die Gemeinde Srebrenica wurde zerstört, sie verschwand.”

Der Ankläger sagte, Mladic sei militärisch hauptverantwortlich für massive Verbrechen. Die Beweise seien überwältigend. Dem 74-Jährigen Mladic, der auch der “Schlächter vom Balkan” genannt wird, droht eine lebenslange Haftstrafe. Die Anklage will am Mittwoch ihre Strafforderung einbringen. Nach Darstellung seiner Verteidiger war Mladic nur ein untergeordneter Offizier ohne Befehlsgewalt.

Unter der Leitung des Ex-Generals hatten bosnisch-serbische Einheiten die damalige UN-Schutzzone Srebrenica überrannt und die überwiegend muslimischen Opfer massakriert. Mladic war nach 16 Jahren auf der Flucht im Jahr 2011 festgenommen worden.

Das Urteil soll im November 2017 verkündet werden. Es ist der letzte Prozess zu Kriegsverbrechen während des Balkankriegs (1992 – 1995) vor dem UN-Tribunal.

Im vergangenen März wurde der ehemalige politische Serbenführer und Mladic-Vertraute, Radovan Karadzic, für den Völkermord in Srebrenica schuldig gesprochen und zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt.