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Lawrow verkündet Angriffspause in Aleppo


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Lawrow verkündet Angriffspause in Aleppo

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Der russische Außeniminister Sergej Lawrow hat einen vorübergehenden Stopp der Aktivitäten des syrischen Militärs in Ost-Aleppo angekündigt. Als Begründung nannte Lawrow umfangreiche Bemühungen, Zivilisten aus den Kampfgebieten zu bringen. Gleichzeitig verwies Lawrow auf weitere russisch-amerikanische Gespräche zur Lage in Ost-Aleppo am kommenden Samstag in Genf.

Die syrische Armee und ihre Verbündeten haben seit Beginn ihrer Offensive Mitte November achtzig Prozent der Rebellengebiete in Aleppo erobert. Das berichtete die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Nach tagelangen heftigen Kämpfen hatten die Armee und verbündete Milizen am Donnerstag die Altstadt von Ost-Aleppo unter ihre Kontrolle gebracht. Laut der Beobachtungsstelle eroberten die Regierungstruppen auch die beiden Stadtviertel Al-Maadi und Al-Mardschi. Die Rebellengruppen mussten sich demnach aus der Altstadt zurückziehen, weil sie Gefahr liefen, eingekesselt zu werden.

Internationale Hilfsorganisationen riefen zu einer sofortigen humanitären Waffenruhe auf. Tawfik Chamaa von der Union of Medical Care and Relief Organisation erklärte in Genf:“Alle Errungenschaften der Menschheit zur Aufrechterhaltung von Konventionen und anderen Prinzipien zum Schutz von Zivilisten, Krankenhäusern und medizinischem Personal werden in Syrien seit fünf Jahren missachtet. Was im Moment passiert, ist meiner Meinung nach eine Schande für die gesamte Menschheit.”

Das internationale Rote Kreuz veröffentlichte Foto-Aufnahmen aus Ost-Aleppo. Sie sollen zeigen, wie 124 Patienten einer zerstörten Behinderteneinrichtung in der Altstadt betreut werden. Elf Patienten seien bei der Eroberung der Altstadt ums Leben gekommen, hieß es.

Zehntausende sind vor den Kämpfen und Bombardierungen geflohen, viele von ihnen in den Westteil Aleppos, der von Regierungstruppen beherrscht und weiterhin von Rebellen unter Beschuss genommen wird.

Der UN-Nothilfekoordinator für Syrien, Jan Egeland, hat sich enttäuscht über das Ausbleiben von Hilfslieferungen für die Rebellengebiete in Ost-Aleppo gezeigt. Seit dem Sommer hätten die Vereinten Nationen jeden Tag versucht, Zugriff zu den Bereichen zu bekommen, die inzwischen wieder von der Regierung beherrscht werden.

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