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Flucht aus dem Kessel von Aleppo


Syrien

Flucht aus dem Kessel von Aleppo

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100 000 Zivilisten sind angeblich inzwischen aus Ost-Aleppo geflohen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag – und das Bomben geht weiter. In den schrumpfenden Rebellengebieten drängen sich nach Schätzungen noch rund 120 000 Menschen. Die Menschenrechtsbeobachter erklärten, 70 000 Menschen seien in Gebiete Aleppos geflohen, die von Regimekräften beherrscht werden. Weitere 30 000 Menschen fanden demnach Zuflucht in Stadtviertel unter
Kontrolle kurdischer Einheiten. Die Lage wird immer dramatischer, es fehlt an Trinkwasser, Lebensmitteln und medizinischer Versorgung. Während einer Feuerpause konnten nach russischen Angaben mehr als 8.000 Menschen aus Aleppo fliehen. Laut UN werden Hunderte Männer aus Aleppo vermisst, nachdem sie in von Regierungstruppen kontrollierte Gebiete geflohen seien, sagte der Sprecher des UNO-Menschenrechtshochkommissariats, Rupert Colville. Zugleich gebe es Hinweise, dass Zivilisten von syrischen Aufständischen daran gehindert würden, den umkämpften Osten Aleppos zu verlassen. Verantwortlich sei die Fateh-al-Sham-Front, die frühere Al-Nusra-Front.

Mittlerweile kontrolliert die syrische Armee wieder mehr als 85 Prozent von Ost-Aleppo. Am Donnerstagabend hatte der russische Aussenminister Lawrow überraschend eine einseitige Feuerpause für Aleppo angekündigt, auf der Pressekonferenz am Freitag relativierte er seine Aussage. Lawrow sprach von einer “humanitären Unterbrechung” der Angriffe, dessen Ziel es gewesen sei, “dass Zivilisten die Stadt verlassen konnten, die dies wollten”. Von einer Einstellung der Kampfhandlungen sei dagegen nie die Rede gewesen. Diese würden weitergehen, bis “die Banditen”, wie Lawrow die Rebellen bezeichnete, die Stadt verlassen hätten.

Syriens Führung hatte in dieser Woche erklärt, sie werde einer Waffenruhe erst zustimmen, wenn die Rebellen aus Aleppo abziehen. Die Regimegegner fordern, zunächst müssten Verletzte und Zivilisten unter Aufsicht der Vereinten Nationen die Stadt verlassen können. Da die Viertel unter Kontrolle von Oppositionskräften seit Wochen blockiert sind, wird dort die humanitäre Lage immer dramatischer.

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