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Gambias Noch-Präsident Jammeh fordert Wiederholung der Wahl


Gambia

Gambias Noch-Präsident Jammeh fordert Wiederholung der Wahl

Der Wahlsieg kam überraschend – als Gambias Langzeitpräsident Yahya Jammeh am Freitag seine Niederlage gegen Adama Barrow einräumte, brachen in der Hauptstadt Banjul spontane Jubelfeiern aus. Bereits am Freitag forderte Noch – Prasident Jammeh dann Neuwahlen, das Ergebnis sei manipuliert. Die künftige Regierung hatte angekündigt, den scheidenden Staatschef vor Gericht stellen zu wollen. Jammeh hatte in seiner 22-jährigen Amtszeit politische Gegner mit Gewalt verfolgt und inhaftieren lassen, neben einigen prominenteren Fällen soll es Hunderte Opfer von willkürlichen Verhaftungen geben, von denen aber jede Spur fehlt. Der Regierungswechsel ist für Januar geplant – es wäre die erste friedliche Amtsübergabe in der Geschichte des kleinen westafrikanischen Landes.

Jammeh hatte sich 1994 an die Macht geputscht und die frühere britische Kolonie seitdem mit harter Hand regiert. Er wollte eine weitere, fünfte Amtszeit erreichen. Jammeh hatte das mehrheitlich muslimische Gambia im vergangenen Jahr überraschend zu einer islamischen Republik erklärt. Die Gerichte haben bereits damit begonnen, Menschen aus Gefängnissen freizulassen, die gegen Jammehs Regierung protestiert hatten. Barrow hatte versprochen, politische Gefangene zu befreien. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte im Vorfeld der Wahl erklärt, es bestehe keine Chance auf eine freie und faire Wahl, weil Oppositionsparteien eingeschüchtert, Journalisten unterdrückt und Sicherheitskräfte zur Durchsetzung politischer Ziele benutzt würden. Bereits am Vortag der Wahl waren Telekommunikationsdienste, über die sich die Opposition zu Protesten verabredet, nicht mehr verfügbar.

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