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Italien: Parlament billigt milliardenschwere Neuverschuldung zur Bankenrettung

Auch wenn man weniger von ihr hört, so ist die Bankenkrise weiterhin nicht ausgestanden.

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Italien: Parlament billigt milliardenschwere Neuverschuldung zur Bankenrettung

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Auch wenn man weniger von ihr hört, so ist die Bankenkrise weiterhin nicht ausgestanden. Jetzt hat das Parlament in Italien die Pläne der Regierung gebilligt, im Notfall neue Schulden aufzunehmen, um angeschlagene Banken zu retten. Die Mehrheit der Senatoren und Abgeordneten gab Grünes Licht. Konkret geht kann die Staatsverschuldung jetzt um bis zu 20 Milliarden Euro angehoben werden.

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"Ich möchte betonen, dass es sich hierbei um eine Vorsichtsmaßnahme handelt."

Paolo Gentiloni Regierungschef Italiens

Italiens Regierungschef Paolo Gentiloni sagte: “Ich möchte betonen, dass es sich hierbei um eine Vorsichtsmaßnahme handelt. Die Billigung betrifft eine Summe von bis zu 20 Milliarden Euro. Wir werden sehen, ob dies notwendig wird. Wir sahen es aber als unsere Pflicht an, diesen Schritt vorzubereiten, um Spareinlagen zu schützen.”

Die Lage bei der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi di Siena spitzt sich zu. Die flüssigen Mittel könnten nur noch für vier Monate reichen, erklärte das Kreditinstitut in einer Kapitalmarkt-Mitteilung am Mittwoch. Bislang hatte es geheißen, das Geld sei noch für elf Monate ausreichend. Zum Stichtag 16. Dezember hatte Monte dei Paschi 10,6 Milliarden Euro an Liquidität. Die Aktie brach am Mittwochmorgen an der Mailänder Börse um 12 Prozent ein bevor sie vom Handel ausgesetzt wurde.

Das älteste Geldhaus der Welt leidet seit geraumer Zeit unter platzenden Krediten, was die Kapitalbasis ausgehöhlt hat. Ein Rettungsplan sieht die Beschaffung von 5 Milliarden Euro vor. Noch bis zum Donnerstag läuft eine Kapitalerhöhung. Zudem können die Besitzer von Anleihen ihre Schuldpapiere in Aktien umtauschen. Die Vorhaben liefen jedoch schleppend, hieß es übereinstimmend in Medienberichten.