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75 Jahre Pearl Harbor: Kritik an japanischem Besuch auf Hawaii

Der Besuch Shinzo Abes sorgte für Verstimmung im chinesischen Außenministeriums. Peking begrüßte zwar die Aussöhnung mit den USA, forderte dies aber auch für China und andere asiatische Staaten ein.

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75 Jahre Pearl Harbor: Kritik an japanischem Besuch auf Hawaii

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Anlässlich des 75. Jahrestags des Angriffs auf den US-amerikanischen Stützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii ist der japanische Regierungschef Shinzo Abe in den US-Bundesstaat gereist. Auf dem Nationalfriedhof in Honolulu legte er einen Kranz nieder.

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"Ohne eine Aussöhnung mit China (...) wird Japan diesen Teil seiner Geschichte niemals hinter sich lassen können."

Hua Chunying Sprecherin chinesisches Außenministerium

Am späten Dienstagabend sollte Abe gemeinsam mit US-Präsident Barack Obama den Ort des Angriffs auf der Insel Oahu besuchen. “Ich freue mich sehr darauf, schon bald eine Nachricht der Versöhnung in die Welt schicken zu können. Außerdem werden unsere Gebete bei den getöteten Menschen sein”, so Abe nach seiner Ankunft auf Hawaii.

Kritische Kommentare zu Abes Besuch kamen am Dienstag aus Peking. Eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Hua Chunying, kritisierte Abes Aussagen als unzureichend. “Nach Pearl Harbor zu reisen und die Dinge den Zweiten Weltkrieg betreffend bereinigen zu wollen, ist eine wünschenswerte Absicht. Ohne eine Aussöhnung mit China und anderen unterworfenen asiatischen Ländern aber wird Japan diesen Teil seiner Geschichte niemals hinter sich lassen können.”

Japan hatte zwischen 1937 und 1945 Teile Chinas in einer großangelegten Invasion annektiert.

Im Jahr 1941 griffen japanische Bomber den amerikanischen US-Stützpunkt Pearl Harbor auf Hawai an, 2400 US-Bürger wurden getötet. 12 Schlachtschiffe sanken. Auf der japanischen Seite wurden 64 Menschen getötet. Fünf Schiffe und 29 Flugzeuge wurden zerstört. Am nächsten Tag beschloss Präsident Franklin D. Roosevelt, in den Zweiten Weltkrieg einzutreten. Es folgte der Abwurf zweier Atombomben über Japan im August 1945. Eine der Bomben fiel auf Hiroshima. Im Mai dieses Jahres war US-Präsident Barack Obama dorthin gereist, um an Gedenkfeierlichkeiten teilzunehmen. Die zweite Atombombe hatten die USA über Nagasaki abgeworfen.