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Syriens Rebellen drohen mit Aufkündigung des Waffenstillstandes

Die syrischen Rebellen haben damit gedroht, sich nicht an den seit Freitag geltenden Waffenstillstand zu halten, falls die Regierungstruppen und deren Verbündete ihn "weiterhin" brächen.

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Syriens Rebellen drohen mit Aufkündigung des Waffenstillstandes

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Die syrischen Rebellen haben damit gedroht, sich nicht an den seit Freitag geltenden Waffenstillstand zu halten, falls die Regierungstruppen und deren Verbündete ihn “weiterhin” brächen.

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"Wir alle sind Opfer dieser Angriffe und sind deshalb geflohen. Unter großen Schmerzen haben wir unser Zuhause verlassen."

Hassan Izzo Flüchtling aus Aleppo

Anhaltender Beschuss von und Angriffe auf Gebiete, die von den “revolutionären Gruppen” kontrolliert werden, würden die Vereinbarung “null und nichtig” machen, hieß es in einer Erklärung mehrerer Rebellengruppen. Offenbar habe man verschiedene Versionen der Waffenstillstandsvereinbarung unterzeichnet, in einer Fassung fehlten “einige nicht verhandlungsfähige Schlüsselpunkte”.

Die Regierung warf den Aufständischen in dieser Woche vor, vorsätzlich Wasserleitungen zerstört und Wasser verunreinigt zu haben. Teile von Damaskus und Aleppo sind von der Wasserversorgung abgeschnitten.

“Der Islamische Staat hat das Trinkwasser abgestellt. Sie rauben uns das Leben, alles. Wir haben nichts, wegen des Islamischen Staats”, klagt ein Syrer.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete, dass IS-Kämpfer die Wasserversorgung von Aleppo unterbrochen hätten. Die Dschihadisten haben immer noch die Kontrolle über große Gebiete in Zentralsyrien, in denen auch der größte Stausee des Landes liegt.

“Ich bin wegen der Angriffe, der Fassbomben, der Streubomben geflohen. Wir alle sind Opfer dieser Angriffe und sind deshalb geflohen. Unter großen Schmerzen haben wir unser Zuhause verlassen. Das Regime ist völlig unglaubwürdig”, meint Hassan Izzo aus Aleppo.

Russland und die Türkei hatten die Waffenruhe zwischen der syrischen Regierung und mehreren Rebellengruppen ausgehandelt. Die Türkei unterstützt in Syrien sunnitische Rebellen, Russland dagegen den Präsidenten Baschar al-Assad.



Lage in Syrien zum Jahreswechsel. ROTRegierungstruppen GRÜN Rebellen GRAU IS-Dschihadisten GELB Kurden

Es scheint unklar zu sein, welche Rebellengruppen als “Terroristen” nicht in den Waffenstillstand einbezogen wurden. Die syrische Armee teilte mit, die frühere Al-Nusra-Front, die sich jetzt Dschabhat Fatah al-Scham nennt, sei nicht in die Waffenruhe einbezogen worden, einige Kommandeure der Dschabhat Fatah al-Scham betonten, der Waffenstillstand gelte sehr wohl auch für sie.

Vertreter der kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) erklärten, mit ihnen habe niemand über einen Waffenstillstand gesprochen.