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Korruptionsaffäre: Samsung-Vizechef drohen fünf Jahre Haft

In Südkorea wird über einen Haftbefehl gegen Lee Jae Yong entschieden. Im werden u.a. Bestechung und Untreue vorgeworfen.

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Korruptionsaffäre: Samsung-Vizechef drohen fünf Jahre Haft

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In Südkoreau steht in der Korruptionsaffäre um Präsidentin Park Geun Hye eine Entscheidung zum Haftbefehl gegen den Vizechef von Samsung bevor. Lee Jae Yong und anderen Managern des größten südkoreanischen Unternehmens wird unter anderem Bestechung und Untreue vorgeworfen.

Die Korruptionsermittler wurden aktiv, nachdem die Unternehmerfamilie Lee nach Schätzungen der Staatsanwaltschaft umgerechnet rund 34 Millionen Euro an zwei Stiftungen spendete, die von Choi Soon-sil, einer engen Vertrauten von Staatspräsidentin Park kontrolliert werden. Aus Sicht der Ermittler war die Spende ein Bestechungsversuch. Lee habe die politische Zustimmung zu einer milliardenschweren Fusion von Unternehmen innerhalb des Konzerns erreichen wollen. Dies hätte seine Machtposition gefestigt. Ein Samsung-Sprecher wies diesen Vorwurf zurück.

Im Fall einer Veruteilung drohen Lee bis zu fünf Jahre Haft. Die Korruptionsaffäre in Südkorea hat eine breite Protestwelle entfacht.

Die Staatsanwaltschaft hatte vergangene Woche Haftbefehl gegen Lee beantragt, nachdem er in einem 22-stündigen Verhör offenbar einen Teil der Vorwürfe eingeräumt hatte.

Lee Jae Yong ist der Sohn des kranken Konzernpatriarchen Lee Kun Hee. Dieser wurde 2008 wegen Korruption und Untreue verurteilt und musste daraufhin seinen Posten im Konzern räumen.