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Mexikaner beunruhigt: Grenzmauer, Massenabschiebungen, Zölle


Mexiko

Mexikaner beunruhigt: Grenzmauer, Massenabschiebungen, Zölle

In Mexiko wird der Machtantritt des 45. US-Präsidenten mit Skepsis beobachtet. Es wird befürchtet, Donald Trump könne seine Wahlversprechen in die Tat umsetzen.

Grenzmauer, Massenabschiebungen, Zölle. Sollte er sie wahr machen, würden seine Maßnahmen Mexiko empfindlich treffen. Lateinamerika-Experte Isidro Morales vom Institute of Technology and Education in Monterrey warnte, “was in den USA passiert, hat einen Einfluss auf Mexiko. Es reicht, dass Trump sagt, er erhebe Steuern für Mexiko, schon wandert Kapital aus unserem Land ab. Das macht uns sehr anfällig.”

NAFTA
Unter anderem kündigte Trump Veränderungen am Nordamerikanischen Freihandelsabkommen an. NAFTA ermöglicht es innerhalb diesen Wirtschaftsraums, Waren zollfrei zu exportieren.

Auf den mexikanischen Automobilsektor übt Trump besonders großen Druck aus. Er plant eine “Abgabe von 35 Prozent auf Fahrzeuge”:, die in die USA eingeführt werden. Dadurch will er Autobauer zwingen, in die USA zurückzukehren und Jobs zu schaffen. Doch die Maßnahme würde die mexikanische Autoindustrie – die größte in Lateinamerika – zerstören.

Mauer an Mexikos Grenze
Doch nicht nur Trumps Kurs bei Handel und Produktion verunsichert viele Menschen in Mexiko. Im Wahlkampf kündigte er auch an, eine Mauer an der Grenze zu bauen, für die Mexiko die Kosten tragen solle. Zudem werde er Millionen illegaler Einwanderer abschieben.

Morales schätzt, “es wird Abschiebungen geben, aber nicht deutlich mehr als unter Obama. Vielleicht ein paar mehr, aber keine Abschiebung von drei Millionen Menschen, wie er es angekündigt hat, denn das übersteigt die Möglichkeiten der Polizei in den USA.”

Dort leben rund elf Millionen Mexikaner, rund die Hälfte von ihnen ohne Aufenthaltsgenehmigung. Sie schicken jährlich etwa 23 Milliarden Euro in ihre Heimat. Damit spülen die Auslandsmexikaner mehr Devisen ins Land als die Einnahmen aus dem Erdölgeschäft.

Politisches Klima für Latinos
Es wird jedoch damit gerechnet, dass einige Mexikaner aus eigenem Antrieb in ihre Heimat zurückkehren. Hintergrund ist das politische Klima für Latinos, das ungemütlich werden könnte. Hintergrund sind Äußerungen von Trump, der Mexikaner im Wahlkampf als Vergewaltiger und Drogenhändler in Verbindung gebracht hatte. Worte, durch die sich einige US-Amerikaner in ihrer ausländerfeindlichen Gesinnung bestätigt sehen könnten.

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