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Women's March: Massenproteste nicht nur gegen Trump


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Women's March: Massenproteste nicht nur gegen Trump

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Es könnte einer der größten Proteste der US-Geschichte werden: Zum Women’s March on Washington werden am Samstag einen Tag nach der Amtseinführung von Präsident Donald Trump Zehntausende Demonstrantinnen und Demonstranten erwartet.

Viele Prominente haben angekündigt, an dem Protestzug teilzunehmen, darunter die Sängerinnen Katy Perry und Beyoncé. Auch die Dokumentarfilmerin Rebecca Rodriguez will ein Zeichen gegen die frauen- und minderheitenfeindlichen Äußerungen Trumps setzen. Für sie ist er ein Brandstifter: “Er schürt mit seinen Worten Hass und Gewalt gegen die marginalisierten Gruppen in unserer Gesellschaft.”

Der Women’s March richtet sich nicht nur an Frauen. Etwa zweihundert Organisationen haben sich angekündigt. Ihre Beweggründe sind vielfältig: Sie sind explizit feministisch oder setzen sich allgemein für Menschenrechte ein, wollen gegen Diskrimierung von Homosexuellen, Muslimen oder Einwanderern protestieren. Veranstalterin Linda Sarsour kündigte weitergehenden Widerstand gegen das Trump-Kabinett an: “Der größte Dorn im Auge dieser Regierung werden die Frauen dieses Landes sein.”

Die Idee zum Women’s March kam nach einer Protestwelle in den sozialen Medien auf. Auslöser war eine Aufnahme von 2005, die während des Wahlkampfs veröffentlich wurde. Darin sagt Trump zu einem Fernsehmoderator unter anderem: “Ich muss ein paar Tic Tacs nehmen, falls ich sie küssen will. Ich fühle mich ganz automatisch zu attraktiven Frauen hingezogen und küsse sie einfach. Das ist magnetisch. Wenn man damit anfängt, lassen sie es zu. Du kannst alles machen.”

Die Veranstalterinnen betonen, dass es nicht nur um Trump gehe, sondern um Frauenrechte im Allgemeinen und darum, die verschiedenen Gruppen in der Gesellschaft zu vereinen. Weltweit sind über 600 sogenannte Schwestermärsche in mehr als 50 Ländern geplant. Allein in London werden Tausende Frauen und Männer erwartet. Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz soll demonstriert werden.

Einen ganz praktischen Nebeneffekt hat das, was sich Aktivistinnen in Kalifornien für den Protestmarsch im kalten Washington ausgedacht haben: Sie stricken “Pussyhats”. Die pinken Mützen sollen ihre Wut über Trumps Verbalattacken ausdrücken – und davon haben sie reichlich: “Ich habe schon oft gedacht, ok, das reicht, ich habe genug Mützen, ich kann aufhören”, so die Aktivistin Marina Mont’ros. “Aber dann lese ich wieder was über Trump und denke, gib mir die Wolle. Ich mach’ noch mehr. Ich will, dass jede, die eine Mütze will, die auch bekommt.”

Produziert von Andrea Büring

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