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Grenzmauer: Mexikos Präsident Peña Nieto sagt Treffen mit Trump ab


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Grenzmauer: Mexikos Präsident Peña Nieto sagt Treffen mit Trump ab

Die Entscheidung von US-Präsident Trump, den Bau einer Grenzmauer zu Mexiko anzuordnen, belastet die mexikanisch-amerikanischen Beziehungen schwer. Entlang der rund 3.200 km langen Landgrenze stehen bereits abschnittsweise auf 1050 km Zäune. Sie will Trump ausweiten und Mexiko dafür zahlen lassen. Das passt vielen Mexikanern und Staatspräsident Enrique Peña Nieto überhaupt nicht.

“Ich bedauere und missbillige die Entscheidung der Vereinigten Staaten, mit dem Bau der Mauer fortzufahren. Dies vereint uns nicht sondern spaltet uns seit Jahren. Mexiko glaubt nicht an Mauern. Und ich habe wiederholt erklärt: ‘Mexiko wird für keine Mauer zahlen’”, erklärte Peña Nieto am Mittwoch.

Wegen der offensichtlichen Verstimmung hat Peña Nieto das für kommenden Dienstag in Washington geplante Treffen mit Trump abgesagt.





In Mexiko-Stadt demonstrierte eine kleine Gruppe von Menschen gegen Trump. Sie halten den Grenzzaun für nutzlos: “Die Mauer wird nichts ändern! Keine Mauer kann Hunger aussperren. Wir haben schon eine Mauer und hat die die Migranten aufgehalten? Nein!” findet Maria Garcia.

Ciudad Juárez ist die Schwesterstadt des texanischen El Paso. Hier gibt es einen Grenzübergang und umfangreiche Grenzbefestigungen. In der Region leben 2,7 Millionen Menschen beiderseits der Grenze. Hier wünscht man sich eine Lösung, die die Interessen beider Staaten berücksichtigt.

“Ich glaube, es muss mehr geschehen als nur Widerstand gegen die Mauer zu leisten. Man muss sich mit Trump zusammensetzen und einen Plan entwickeln, der besser funktioniert als das, was wir seit langem an der Grenze beobachten, nämlich, dass die Mauer nicht funktioniert”, meint Jesus Peña vom Ciudad Juárez College.





Weiter westlich in Tijuana befindet sich der verkehrsreichste Grenzübergang der Welt. Knapp 5 Millionen Menschen leben beiderseits des Grenzzauns im Großraum Tijuana- San Diego. Güter im Wert von 530 Milliarden Dollar wurden 2016 hier abgefertigt. Größere Sorgen als Trumps Verlängerung des Grenzzauns bereitet der Wirtschaft der Region die Drohung des US -Präsidenten, das Freihandelsabkommen NAFTA neu auszuhandeln. Deshalb werfen sie in Tijuana jetzt verstärkt ihren Blick auf die wachsenden Märkte Asiens.

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