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Nach Eklat: Trump und Nieto telefonieren


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Nach Eklat: Trump und Nieto telefonieren

Einen Tag nach ihrem geplanten, aber wegen des Mauerstreits geplatzten Treffens haben Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto und sein US-Amtkollege Donald Trump eine Stunde lang telefoniert. Laut dem mexikanischen Präsidialamt habe man sich darauf geeinigt, das umstrittene Thema der Finanzierung einer Grenzmauer nicht mehr öffentlich zu diskutieren.

Trump hatte öffentlich die Möglichkeit von Einfuhrzöllen auf mexikanische Produkte erwogen, um den Bau zu bezahlen. Nach dem Telefonat mit Nieto signalisierte Trump nun, auch für andere, beiderseits hilfreiche Lösungen offen zu sein.

Er respektiere Mexiko, so Trump bei einer Pressekonferenz. Beim Freihandelsabkommen wolle er dennoch nachverhandeln: “Wie sie wissen, hat Mexiko uns bei den Verhandlungen übertrumpft und uns mit unseren vergangenen Führungsleuten zu Brei gemacht. Wir sehen albern aus. Wir haben ein Handelsdefizit von 60 Milliarden US-Dollar mit Mexiko.”

Für seine Absage an Trump bekommt Nieto breite Rückendeckung aus der Bevölkerung – auch vom mexikanischen Milliardär Carlos Slim. Der empfahl nun Besonnenheit. Mexiko habe eine gute Verhandlungsposition, so Slim.

Die USA bräuchten mexikanische Arbeitskräfte für ihre Wachstumsziele: “Ich denke in Kinobildern. Trump ist nicht der Terminator, er ist der Verhandler”, sagte Slim. Zudem seien Arbeitsplätze und Investitionen in Mexiko der effektivste Grenzzaun überhaupt.

Trump hatte Nieto vor der Wahl in Mexiko besucht. Das Treffen in Washington wäre die erste Zusammenkunft der beiden als Präsidenten gewesen. Die Absage war der erste außenpolitische Eklat der Trump-Regierung.