Eilmeldung

Eilmeldung

Wer sind die Menschen, die nicht in die USA reisen dürfen?

Viele Iraner und Syrer dürfen nicht mehr in die USA einreisen. Eine Maßnahme, die ihr Leben auf den Kopf stellt.

Sie lesen gerade:

Wer sind die Menschen, die nicht in die USA reisen dürfen?

Schriftgrösse Aa Aa

Nazanin Zinouri

Die Iranerin lebt seit sieben Jahren in South Carolina. Wie in jedem Jahr reiste die Doktorandin Mitte Januar nach Teheran, um ihre Familie zu besuchen. Sie kam im Iran an, als sie von den Plänen des neuen US-Präsidenten Donald Trump erfuhr, Iranern die Einreise in die USA zu verbieten.

Nazanin setzte sich ins nächste Flugzeug und erreichte Dubai, wo ihr der Zutritt zum Flugzeug nach Washington versperrt wurde.

“Es war schockierend. Ich konnte nicht glauben, dass ein Land wie die USA,
in dem gesetzmäßiges Handeln und die Unterstützung von Menschenrechten im Vordergrund stehen, jemandem wie mir die Einreise verweigern, obwohl ich seit sieben Jahren dort lebe und ein gültiges Visum habe,” sagt die Iranerin.

“Ich bitte Sie um Unterstützung your support, um nach Hause in die USA zurückkehren zu können, wo ich einen Hund, eine Karriere und Freunde habe. Meine Geschichte ähnelt der anderer Menschen, die ihr Leben dem amerikanischen Traum widmeten, und für die sich am Freitag alles änderte.”

Amin Karbasi

Amin, Professor an der Yale Universität, erzählt in einem Facebook-Post, dass seine Frau die neugeborene Tochter vor drei Wochen in den Iran mitnahm. Sie wollten zum ersten Mal die Großeltern besuchen. Nun hat er Angst, beide könnten niemals zurückkommen.

“Wir haben eine permanente Aufenthaltsgenehmigung in den USA und mein Kind hat die amerikanische Staatsbürgerschaft. Wegen Trumps Verfügung könnte es sein, dass sie niemals mehr in die USA einreisen dürfen. Ich kann nicht hier weg, denn sonst würde auch ich nicht mehr reinkommen,” schreibt Amin auf Twitter. “Wir sind in einer schlimmen Lage, alles wird hoffentlich bald geklärt.”

Mohammed Al Rawi

Mohammed, der früher in Bagdad als Übersetzer für amerikanische Journalisten arbeitete, erhielt Asyl in den USA. Auf Facebook schrieb er, sein 69-jähriger Vater dürfe ihn nicht in Los Angeles besuchen.

“Ich verstehe nicht, wie das Dekret Terrorismus verhindern soll.”

“Al Kaida hatte es auf mich und meine Familie abgesehen. Sie zerstörten mein Haus, plünderten mein Eigentum. Ich bin ein Opfer von Terroristen, deshalb konnte ich als Asylbewerber in die USA kommen,” sagte Mohammed.

“Ich würde jede Maßnahme begrüßen, die Terrroranschläge in der Welt verhindern. Doch ich kann nicht verstehen, wie die Abschottungspolitik Terror verhindern könnte. Das Gegenteil ist eher der Fall.”

Als er über die Gefühle seines Vaters spricht, einen pensionierten Beamten, der die Heimreise antreten musste, sagte er: “Er war am Boden zerstört, sehr müde und traurig und wollte nur noch schlafen.”

Fatemeh Shams

Die Poetin und Schriftstellerin Fatemeh lebt im Exil, weil sie 2009 gegen die Präsidentschaftswahlen im Iran protestiert hatte. Nach mehreren Jahren in Großbritannien kam sie vor einem Monat in die USA und sagte, Trumps Politik habe ihr Leben auf den Kopf gestellt.

“Meine Karriere steht auf dem Spiel. Ich kann nachts nicht mehr schlafen,” sagte Fatemeh, die als Assistenzprofessorin für persische Literatur an der Universität von Pennsylvania arbeitet.

“Wenn du im Iran geboren wirst, dann wirst du als Terrorist verdächtigt. Du kannst kein normales Leben leben. Du kannst deine Familien nicht besuchen, darfst nicht reisen. Du bist kein Mensch mehr.”

Ali Abdi

Ali, der Anthropologie an der Yale Universität studiert, verließ New York am 22. Januar für eine Forschungsreise nach Afghanistan. Er landete in Dubai und weiß nicht, ob er jemals in die USA zurückkehren kann.

“Als Menschenrechtsaktivist kann ich nicht in den Iran zurückkehren. Das bedeutet, weder dort noch in den USA bin ich willkommen,” sagte Ali gegenüber Al Dschasira.

“Meine Geschichte ist zwar nur eine unter Tausenden, aber meine schwierige Lage ist nicht vergleichbar mit anderen Leidensgeschichten. Das Einreiseverbot verschärft Ressentiments gegenüber dem Islam, die meiner Meinung nach in den USA auf dem Vormarsch sind.”

Syrische Flüchtlinge

Neben vielen Iranern gibt es auch Berichte von abgewiesenen syrischen Flüchtlingen: