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Neues Verhütungsmittel für den Mann? Vasalgel erfolgreich bei Affen getestet


USA

Neues Verhütungsmittel für den Mann? Vasalgel erfolgreich bei Affen getestet

Die Stiftung Parsemus arbeitet seit längerem an einem neuen Verhütungsmittel für den Mann. Vasalgel, so der verheißungsvolle Name des Produkts, soll eine Alternative auf dem Verhütungsmittelmarkt für Männer bieten. Erst kürzlich hat das Produkt in Kalifornien eine zweijährige Testphase mit männlichen Rhesusaffen erfolgreich bestanden.

Die Methoden der Empfängnisverhütung für den Mann sind seit jeher beschränkt und haben sich im letzten Jahrhundert kaum verändert. Neben dem Coitus interruptus und der Verwendung von Kondomen steht dem Mann die Vasektomie, die chirurgische Durchtrennung der Samenleiter, als empfängnisverhütende Maßnahme zur Verfügung. Ein hormonelles Verhütungsmittel, wie etwa die Pille für die Frau, gibt es nicht auf dem Markt für den Mann.

Im Gegensatz zur Vasektomie kommt Vasalgel ohne chirurgische Eingriffe aus, es muss lediglich ambulant in den Samenleiter gespritzt werden. Das Kunststoffgel beschichtet nach der Injektion die Wände des Samenleiters. Vorbei fließende Spermien werden durch das Gel abgetötet, während alle anderen Flüssigkeiten ungehindert passieren können. Männer erlebten dadurch keine Beeinträchtigungen bei der Ejakulation oder beim Orgasmus, so die US-amerikanische Stiftung. Um die Wirkung des Gels wieder aufzuheben, gibt es ein Polymergel, das das Vasalgel lösen und “ausspülen” soll.

Die Methode basiert auf dem RISUG-Verfahren (kurz für “Reversible inhibition of sperm under guidance”), das in Indien von Sujoy K. Guha am Indian Institute of Technology Kharagpur entwickelt wurde und dort seit 15 Jahren bei Freiwilligen getestet wird. Das dafür entwickelte Gel ist in mehreren Ländern Asiens und in den USA (dort unter dem Namen Vasalgel) patentiert, klinische Studien sind in einem fortgeschrittenen Stadium. Doch noch ist das Gel nicht auf dem Markt zugelassen.

In einem nächsten Schritt strebt die Parsemus-Stiftung an, weitere Teststudien bei Männern durchzuführen. Die Studie bei den Rhesusaffen war vielversprechend: 16 männlichen Rhesusaffen wurde das Gel injiziert, 10 von ihnen waren zu diesem Zeitpunkt bereits Väter. Sie lebten danach mit mehreren Weibchen über mindestens eine Paarungszeit zusammen. Keines der Affenweibchen wurde schwanger. In den nun folgenden Studien soll überprüft werden, ob das entwickelte Lösungsmittel die Fruchtbarkeit der Affenmännchen wieder hergestellt werden kann. In Menschen ist die Reversibilität dieser Methode bisher nicht getestet worden. Experten gehen davon aus, dass davon der Erfolg dieser nicht-hormonellen Verhütungsmethode abhängen wird. Die Parsemus-Stiftung sammelt unterdessen Spenden, um ihre Studien ausweiten zu können, mit dem Ziel, Vasalgel für möglichst viele Männer weltweit zugänglich machen zu können.