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Polizeibeamter soll Verdächtigen vergewaltigt haben

Einem 22-jährigen Schwarzen ist am vergangenen Donnerstag während einer Polizeikontrolle in Paris nach eigener Aussage ein Schlagstock in den Hintern gerammt worden.

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Polizeibeamter soll Verdächtigen vergewaltigt haben

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Mehrere hundert Menschen haben in dem Pariser Vorort Aulnay-sous-Bois gegen Polizeibrutalität demonstriert. Ein 22-jähriger Schwarzer war am vergangenen Donnerstag während einer Polizeikontrolle nach eigener Aussage vergewaltigt worden. Dem Fernsehsender BFM berichtete er, man habe ihn aufgefordert sich an eine Wand zu stellen, danach habe ihm ein Beamter seinen Schlagstock in den Hintern gerammt.

“Was soll das? Wollen die eine Explosion auslösen? Hier gibt es genug Sprengstoff: Arbeitslosigkeit, Unsicherheit, hohe Mieten, keine Zukunftsperspektiven! Wenn man das mit einem jungen Mann macht, fliegt hier alles in die Luft”, kritisiert der ehemalige stellvertretende Bezirksbürgermeister Abdallah Benjana.

In dem Viertel leben mehrheitlich Migranten.

“Es ist inakzeptabel, was die Polizisten gemacht haben. Das geht jeden Tag so. Jedesmal, wenn die Polizei kommt, führt sie schikanösen Kontrollen durch”, klagt Abdel Adhoure.



Videoaufnahme des Vorfalls

Das Opfer wurde wegen schwerer Verletzungen im Analbereich operiert. Der französische Innenminister suspendierte vier Polizeibeamte vom Dienst. Gegen einen Polizeibeamten wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung eingeleitet, gegen drei Kollegen Verfahren wegen Körperverletzung. Ein Anwalt der Beamten erklärte, alle Verletzungen seinen “unabsichtlich” erfolgt.

Aulnay-sous-Bois gehörte während der Unruhen im Jahre 2005 zu den am schlimmsten betroffenen Orten.

Mehr zum Thema

BFMTV: Aulnay-sous-Bois: Théo raconte son interpellation (Interview mit dem Opfer, französisch)
Europe1: Aulnay-sous-Bois : un policier mis en examen pour viol, les trois autres pour violences volontaires
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