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Ausschreitungen bei Protesten gegen Polizeigewalt in Paris


Frankreich

Ausschreitungen bei Protesten gegen Polizeigewalt in Paris

In Paris ist es bei erneuten Protesten gegen Polizeigewalt zu Ausschreitungen gekommen. Steine flogen, die Sicherheitskräfte setzen Tränengas ein. Behördenangaben zufolge wurden 13 Personen festgenommen und zwei Polizisten verletzt.

Zuvor hatten rund 2300 Menschen friedlich demonstriert. Sie riefen Parolen wie “Wir vergessen nicht, wir verzeihen nicht” und “Überall Polizei, nirgends Justiz”. Unter den Demonstranten war auch der ehemalige Fußballprofi Lilian Thuram. Er wisse sehr gut, wie so eine Polizeikontrolle ablaufen kann, sagt er, denn er sei nicht nicht als Fußballer geboren worden. “Es ist nicht unerheblich, dass bestimmte Personen attackiert werden und es ist nicht unerheblich, dass Theo schwarz ist”, so Thuram. “Interessant ist, dass immer mehr Menschen mit weißer Hautfarbe sich dessen bewusst werden, dass es wirklich so ist, dass die Behandlung je nach Hautfarbe unterschiedlich ist.”

Hintergrund der Proteste ist die umstrittene Festnahme des 22-Jährigen Theo Anfang Februar in einem Pariser Vorort. Ein Polizist wird verdächtigt, den jungen Mann bei einer Kontrolle mit einem Schlagstock vergewaltigt zu haben. Die Justiz ermittelt in diesem Fall gegen insgesamt vier Beamte. Alle vier bestreiten die Vorwürfe. Theo musste zwei Wochen in einem Krankenhaus behandelt werden.

“Wir alle sind heute hier, um die Vorstellung einer wohltätigen Polizei zu unterstützen”, sagt einer der Protestteilnehmer. “In den letzten zwei Wochen hat sie eher ein sehr unmenschliches Bild abgegeben, aber das kann nicht für alle Polizisten gelten. Wir rufen die Polizei auf, den Werten der Republik treu zu bleiben.”

Demonstrationen gab es auch in zahlreichen weiteren französischen Städten, darunter in Nizza, Mans und Poitiers.