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Eurogruppe: Neuer Griechen-Cocktail soll weniger nach Sparen schmecken


Wirtschaft

Eurogruppe: Neuer Griechen-Cocktail soll weniger nach Sparen schmecken

Die Euro-Finanzminister haben sich verständigt – noch nicht auf die Auszahlung weiterer Hilfskredite an Griechenland. Aber darauf, dass die Kontrolleure der internationalen Geldgeber-Institutionen nach Athen zurückkehren, hieß es aus dem Umfeld der Eurogruppe und des griechischen Finanzministeriums.

Jeroen Dijsselbloem, Vorsitzender der Eurogruppe beim Treffen in Brüssel:

“Es wird eine Veränderung im Politik-Mix geben, weg vom Sparkurs, hin zu tiefgreifenden Reformen – was auch ein Schlüsselelement für den IWF ist.”

Eine Vereinbarung ist Voraussetzung dafür, dass Griechenland frisches Geld aus dem laufenden Hilfsprogramm erhält. Die griechische Seite hat laut Teilnehmern Reformen zugestimmt, die aber neutral für den Haushalt sein sollen.

Pierre Moscovici,
Wirtschafts- und Währungskommissar der EU-Kommission:

“Wir müssen unsere Differenzen bei den Haushaltsszenarien noch verringern und uns auf alle Einzelheiten des Maßnahmenpakets einigen, um die zweite Überprüfung abzuschließen.”

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) geht fest davon aus, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) bei der Griechenland-Rettung an Bord bleibt. Er will den Reformdruck aufrechterhalten, sieht aber auch Fortschritte beim Euro-Krisenland. «Griechenland ist auf einem
guten Weg». 

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat noch nicht entschieden, ob er sich erneut engagiert. Er fordert von den Europäern, Griechenland stärker zu entlasten, weil die Hellas-Schuldenlast nicht tragfähig sei.

In Athen türmte sich zuletzt ein Schuldenberg von etwa 315 Milliarden Euro, die Gesamtverschuldung lag nach IWF-Berechnungen bei etwa 183 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die Wirtschaft des Landes zog allerdings an, auch bei den Haushaltszielen lag Athen 2016 über den Vorgaben der Geldgeber.

Dringenden Geldbedarf hat Griechenland laut Dijsselbloem bis zum Sommer nicht. Im Juli wird die Rückzahlung von Krediten von über sieben Milliarden Euro fällig.

Weil die Wirtschaft Griechenlands zuletzt stärker wuchs als erwartet, dürfte das Hilfsprogramm kleiner als die im Sommer 2015 veranschlagten 86 Milliarden Euro ausfallen, sagte ESM-Chef Klaus Regling (“Bild”). Mit einer geringeren Summe wurde schon länger gerechnet, weil der Rekapitalisierungsbedarf der griechischen Banken weit unter den anfänglich veranschlagten 25 Milliarden Euro lag. Die EU-Kommission rechnet in Griechenland in diesem Jahr mit 2,7 Prozent Wirtschaftswachstum.

su mit dpa, Reuters

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