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Südsudan: "Fürchten, dass die Hungersnot sich ausdehnen könnte"


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Südsudan: "Fürchten, dass die Hungersnot sich ausdehnen könnte"

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Die humanitäre Lage im Südsudan ist so desolat, dass die Vereinten Nationen erstmals seit 2011 wieder in einem Land eine Hungersnot festgestellt haben. Die Lösung des Problems sieht Jonathan Pedneault von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch nicht allein in mehr humanitärer Hilfe. Euronews-Journalistin Catherine Hardy hat ihn interviewt.

Wie schlimm ist die Lage im Südsudan?

Jonathan Pedneault: Die Situation der Menschenrechte im Südsudan ist eine der schlimmsten auf dem Kontinent und dem gesamten Planeten. In den vergangenen drei Jahren haben Regierung und Oppositionskräfte einen extrem schmutzigen Krieg geführt und dabei wiederholt und völlig ungestraft Zivilisten angegriffen.

Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe für die mangelnde Lebensmittelversorgung?

Es gibt mehrere Gründe, darunter saisonale Dürren und eine Wirtschaftskrise. Dennoch können die Lebensmittelknappheit und die daraus hervorgehende Hungersnot, die die UN für Teile des Südsudan erklärt haben, nicht losgelöst vom Konflikt und den Misshandlungen gesehen werden, die seit drei Jahren stattfinden. Die bewaffneten Gruppen haben die Menschen aus vielen Teilen des Landes mit Gewalt vertrieben. Bei den Kämpfen wurden ihre Häuser und ihre Lebensgrundlage zerstört. Heute sind mehr als 3,3 Millionen Südsudanesen Vertriebene oder als Flüchtlinge im Ausland. Millionen Menschen sind in einer schrecklichen humanitären Lage mit wachsender Inflation und skrupellosen bewaffneten Gruppen, die scharf darauf sind, sie und ihre Lebensgrundlage anzugreifen.

Was sind Ihre schlimmsten Befürchtungen?

Wir fürchten, dass die Hungersnot sich auf weitere Gebiete ausdehnen könnte. Aber genauso besorgniserregend ist, dass beide Seiten grundlegende Menschenrechte unverhohlen und ungestraft missachten. Das hat viele Folgen, von denen die humanitäre Krise und die Hungersnot nur die sichtbarsten sind.

Was können oder sollten die Regierung und die internationale Staatengemeinschaft tun?

Die Hungersnot sollte mit mehr humanitärer Hilfe bekämpft werden. Aber man kann das Problem nicht lösen, ohne die Gründe dafür zu beseitigen. Diese liegen in den wiederholten und ungestraften Verfehlungen der Regierung und der oppositionellen Kräfte und darin, dass die Kriegsparteien in einigen Gegenden die humanitäre Hilfe behindern.

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