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London: Widerstand gegen "furchtbar falsche" Trump-Einladung


Großbritannien

London: Widerstand gegen "furchtbar falsche" Trump-Einladung

Mehrere Tausend Menschen haben in London gegen den geplanten Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump protestiert. Die Demonstration vor dem Parlament wurde vom britischen Aktionsbündnis “Stop Trump Coalition” organisiert. Über 1,8 Millionen Menschen haben eine Online-Petition unterzeichnet, in der eine Herabstufung des geplanten Staatsbesuchs gefordert wird.

Premierministerin Theresa May hatte Trump während ihrer Visite in Washington im Januar im Namen von Königin Elizabeth II. eingeladen. Abgeordnete der Labour-Partei warfen der Regierung vor, aus der Einladung an Trump spreche Verzweiflung. May werbe mit allen Mitteln für ein exklusives Handelsabkommen mit den USA. Sie verschließe dabei die Augen vor Trumps Positionen, die mit britischen Werten nicht vereinbar seien.

Labour-Schattenkanzler John McDonnell sagte bei der Kundgebung vor dem Parlament:“Es gibt keinen Weg, jemand diese Ehre zu gewähren, der Frauen in den Dreck gezogen hat, der Menschen muslimischen Glaubens und Flüchtlinge beschimpft hat.”

Der Labour-Abgeordnete Paul Flynn bezeichnete die Einladung an Trump als “furchtbar falsch”. Sie würde den Eindruck erwecken, “das britische Parlament, das britische Volk, der britische Souverän würde das Handeln von Donald Trump befürworten”, sagte Flynn.

Eine Gegeninitiative zur Online-Petition unterzeichneten rund 300.000 Befürworter des Trump-Besuchs. Sie argumentierten, in der Vergangenheit seien immer wieder umstrittene Politiker zu Staatsbesuchen empfangen worden.

Der Tory-Abgeordnete Mark Pritchard erklärte während der Parlamentsdebatte über das Thema:“Die Beziehung, die spezielle Beziehung zwischen dem Vereinigten Königreich und den USA geht weit über jede Einzelperson hinaus, die zufällig zu einem gewissen Zeitpunkt das Weiße Haus bewohnt.”

Auch die Regierung verteidigte die Einladung an Trump. Der Besuch sollte und werde stattfinden, sagte Außenamts-Staatssekretär Alan Duncan.

Zum Protokoll des Staatsbesuchs gehören unter anderem eine Prozession mit der Queen in einer Kutsche und ein Staatsbankett im Buckingham-Palast.

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