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Berlinale 2017: Das sind die Gewinner


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Berlinale 2017: Das sind die Gewinner

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Einen kontrastreichen Wettbewerb von der Doku bis zum Animationsfilm hatte diesjährige 67. Berlinale zu bieten. Über diese Vielfalt musste die internationale Jury unter dem Vorsitz von Paul Verhoeven entscheiden, dem Berlinale-Chef Dieter Kosslick zufolge der ideale Jury-Präsident. Verhoeven blickt auf knapp 60 Jahre Filmkarriere zurück, darunter Blockbuster wie “Basic Instinct” oder “Total Recall”, aber auch sein jüngster, subtiler und in Frankreich gedrehter Psychothriller “Elle” mit Isabelle Huppert.

Dieter Kosslick: “Er ist einfach ein großartiger Regisseur. Und obwohl er diese riesengroßen Hollywood-Sachen gemacht hat, ist er ein ‘independent’, (auf Englisch) ‘he is a real independent”, erklärte Festival Direktor Euronews’ Kultur Reporter Wolfgang Spindler

“Körper und Seele”

Verhoeven und seine Jury entschieden sich für das ungarische Liebesdrama “Körper und Seele” (“Teströl
és lélekröl”). Sichtlich gerührt nahm Regisseurin Ildiko Enyedi den Goldenen Bären für den besten Film entgegen. Vor 42 Jahren holte zuletzt ein ungarischer Film den Hauptpreis der Berlinale.

“Körper und Seele” erzählt die Liebesgeschichte zweier schüchterner Menschen, die in einem Budapester Schlachthof arbeiten und ganz langsam ihre Gefühle füreinander entdecken.

Der Film erhielt außerdem den Fipresci-Preis des Internationalen Verbandes der Filmkritik und den
Preis der Ökumenischen Jury.

Ildiko Enyedi: “Es ist ein leidenschaftlicher Film. Aber wenn man unser kleines Labyrinth nicht gleich von Anfang an betritt, wird man nur steife, distanzierte Menschen in einer kühlen Umgebung sehen.”

“Félicité”

Der große Preis der Jury ging an den französisch-senegalesischen Filmemacher Alain Gomis für seinen Beitrag “Félicité”. Der Film spielt in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa und erzählt die Geschichte einer Frau am Rande der Gesellschaft, der Barsängerin Félicité, die nach dem Motorradunfall ihres Sohnes verzweifelt versucht, das Geld für dessen dringend notwendige Operation aufzutreiben.

Alain Gomis: “Der Film zeigt Menschen in einer Situation, die leider im Kongo bittere Wirklichkeit ist, die Unzulänglichkeit der Infrastrukturen. Es ist die Welt, in der wir leben, aber ungeschminkt.”

“Die andere Seite der Hoffnung”

Den Silbernen Bären für die beste Regie erhielt der finnische Kultregisseur Aki Kaurismäki für sein als Bären-Favorit gehandeltes Flüchtlingsdrama “Die andere Seite der Hoffnung”. Auf die Bühne kam er nicht, um den Preis entgegenzunehmen, dafür wurde er ihm direkt an seinen Platz gebracht. “Wenn der Mann nicht zum Bären kommt, kommt der Bär eben zum Mann”, scherzte Moderatorin Anke Engelke.

Die ebenso lakonische wie melancholische Komödie erzählt von der Begegnung zwischen einem syrischen Flüchtling und einem Restaurantbesitzer in Helsinki. Kaurismäkis Film ist der zweite Teil der 2011 mit dem Welterfolg  “Le Havre” begonnenen “Hafen-Trilogie”

“On the Beach at Night Alone”

Diego Luna, ebenfalls Mitglied der Jury, gab den Silbernen Bären für die beste Schauspielerin bekannt: die Südkoreanerin Kim Min-hee, für ihre Leistung in “On the Beach at Night Alone” von Hong Sang-soo.

Die 34-Jährige bedankte sich den Tränen nahe für die Einladung zur Berlinale, vor allem aber bei ihrem Regisseur für den wunderschönen Film. In “On The Beach At Night Alone” spielt sie eine erfolgreiche Filmschauspielerin, die nach einer Affäre mit ihrem verheirateten Regisseur in eine Sinnkrise gerät und sich ins Privatleben zurückzieht.

Kim Min-hee: “Diese Rolle einzustudieren, nahm viel Energie und Konzentration in Anspruch, denn Hong Sang-soo gab uns den Text erst am Morgen des Drehtags – und wir mussten ihn auswendig kernen, bevor der Dreh begann.”

“Helle Nächte”

Die Deutsche Julia Jentsch gab den Silbernen Bären für den besten Schauspieler bekannt: Georg Friedrich fèr “Helle Nächte” von Thomas Arslan. Darin spielt der Österreicher einen überforderten Vater, der sich auf einer Norwegen-Reise seinem 14-jährigen Sohn wieder annähern will.

18 Filme konkurrierten dieses Mal im Berlinale-Wettbewerb. Insgesamt waren in den verschiedenen Reihen des Festivals rund 400 neue Regiearbeiten aus aller Welt zu sehen.

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